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US-Politiker erwägen "Steuerurlaub" für Apple, Google und Co.

Senatoren von republikanischer und demokratischer Seite arbeiten derzeit an einem Deal, mit dem US-Großkonzerne im Ausland gebunkertes Geld kostengünstig in ihre Heimat zurückholen könnten. Apple-Chef Tim Cook hatte sich dafür eingesetzt.

Von den rund 150 Milliarden US-Dollar, die Apple an Barmitteln zur Verfügung hat, sollen ein Großteil im Ausland lagern. Würde der Konzern die Summe in seine Heimat USA zurückführen, würden die dortigen 35 Prozent Unternehmenssteuer anfallen. Geht es nach einem Bündnis aus mehreren demokratischen und republikanischen Senatoren, würde der Betrag nicht ganz so hoch.

Wie der Minderheitsführer Mitch McConnell von den Republikanern gegenüber US-Medien sagte, werde ein begrenzter "Steuerurlaub" für solche Gewinne innerhalb seiner Gruppe durchaus breit unterstützt. Der Senator Rand Paul soll sich zudem mit dem Mehrheitsführer der Demokraten, Harry Reid, zum Thema getroffen[1] haben.

Die US-Politik überlegt sogar bereits, was sie mit dem Geld machen könnte – der sogenannte Highway Trust Fund, mit dem die Straßeninfrastruktur gesichert werden soll, würde von den repatriierten Mitteln wohl profitieren. Wie hoch die Steuersenkung ausfallen könnte, blieb zunächst unklar.

Tim Cook
Apple-Chef Cook bei einer Anhörung. (Bild: dpa, Shawn Thew)

Ein republikanischer Steuerlobbyist sagte, man denke an eine Wiederbelebung der 5,25 Prozent, die während eines ähnlichen Steuerurlaubs im Jahr 2004 zu zahlen waren. Allerdings soll es Einschränkungen bei Zinsabschreibungen geben.

Nicht nur Apple hat viel Geld im Ausland, auch andere IT-Konzerne wie Google, Facebook oder Microsoft horten Milliarden. Ähnliches gilt für Unternehmen aus der Pharma- oder Konsumgüterbranche, die ihren Hauptsitz in den USA haben, aber gute Geschäfte im Ausland machen und dort nur die lokalen Steuern zahlen.

Apple-Chef Tim Cook hatte zuletzt im vergangenen Jahr für eine US-Steuerreform geworben[2]. Das Unternehmen zahle bereits Steuern auf alle Produkte, die man in den USA verkaufe und sei damit sogar der größte Steuerzahler des Landes. Apple wolle zwar keine 0 Prozent zur Rückführung seiner Barmittel in die USA, doch der Satz müsse "angemessen" sein. Er wünsche sich eine "dramatische Vereinfachung" von Unternehmenssteuern, erklärte Cook. (bsc[3])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-2220212

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.cnbc.com/id/101747414
[2] https://www.heise.de/meldung/Apple-Chef-plaediert-fuer-US-Steuerreform-1865464.html
[3] mailto:bsc@heise.de