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US-Verbraucherschützer haben "erhebliche Bedenken" gegen Apple Music

Consumer Watchdog hat das US-Justizministerium sowie die Handelskommission dazu aufgefordert, Apples Marktmacht beim Eintritt in das Musik-Streaming-Geschäft einzuschränken. Auch ein US-Senator fordert eine Untersuchung.

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Apple Keynote - Apple Music

(Bild: Apple Keynote)

Die Verbraucherschutzorganisation Consumer Watchdog hat kartellrechtliche Bedenken gegen Apples Einstieg in den Musik-Streaming-Markt vorgebracht. In einem Schreiben an das US-Justizministerium sowie die US-Handelsaufsicht FTC fordern die Verbraucherschützer, den IT-Konzern in seine Grenzen zu verweisen, um den Bestand kostenloser, werbefinanzierter Streaming-Dienste zu bewahren. Apple nutze seine Marktmacht gegenüber Plattenfirmen, um diese Angebote aus dem Geschäft zu drängen.

Nach Informationen von Consumer Watchdog versucht Apple in den Verhandlungen mit Musik-Labels, die Exklusivrechte für die Werke bestimmter Künstler zu erhalten. Der Konzern führe 800 Millionen iTunes-Nutzer mit hinterlegter Kreditkarte als potentielle zahlende Kundschaft für Apple Music ins Feld und verweise auf detailliertes Wissen über die Musikvorlieben von mehreren hundert Millionen Nutzern. Wenn die Plattenfirmen Apples Bedingungen nicht zustimmen, wendet sich das Unternehmen angeblich direkt an die Künstler.

Die Exklusivrechte sollen außerdem sicherstellen, dass die Musik zuerst bei Apple Music zu hören ist, bevor sie bei ein Freemium-Streaming-Dienst in seinen Katalog aufnehmen kann, lautet der Vorwurf der Verbraucherschützer. Apple sei dadurch in der Lage, Anbieter wie Spotify oder Pandora aus dem Geschäft zu drängen.

Zusätzlich nutze der iPhone-Hersteller den App Store, um die Musik-Dienste anderer Anbieter künstlich teuer zu halten, argumentiert Consumer Watchdogs: Nur Apple sei es beispielsweise möglich, einen Familienzugang für mehrere Personen anzubieten. Mehr Geld für Musiker zu erwirtschaften sei zwar ein "beneidenswertes Ziel", doch setze Apple seine Marktmacht dafür ein, "höhere Preise zu verlangen". Alle Verträge des Konzerns müssen deshalb genau geprüft werden, fordert die Organisation, damit andere Streaming-Dienste und Freemium-Angebote nicht benachteiligt werden.

Der US-Senator Al Franken hat sich ebenfalls an das Justizministerium sowie die FTC gewandt. Franken bemängelt, dass Apple 30 Prozent der in einer App erzielten Umsätze einbehält und Dritt-Anbietern zugleich untersagt, auf die eigene Webseite zu verweisen, über die ebenfalls ein Abonnement angeboten werden kann. Diese Einschränkungen könnten den Wettbewerb “unterminieren” und sich zu Ungunsten des Endverbrauchers auswirken, argumentiert der Senator – schließlich zahle der Nutzer möglicherweise einen höheren Preis.

Einem vorausgehenden Bericht zufolge untersucht die US-Handelsbehörde die Angelegenheit bereits. Kartellwächter in den USA und Europa prüfen außerdem offenbar schon seit längerem, ob Apple seine Marktmacht ausnutzt, um Gratis-Streaming-Angebote zu verhindern. (lbe)