Uhrenhersteller: Mit Mechanik-Elektronik-Hybriden gegen Apple Watch

Apple ist jetzt größter Hersteller von Zeitmessern weltweit. Die alte Branche möchte mit Kombinationen aus Mechanik und Elektronik zurückschlagen.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 226 Beiträge
Uhrenhersteller wollen mit Hybriden gegen Apple Watch anstinken

Bei Tag Heuer – hier "Connected"-Modelle – setzt man schon seit längerem auf den Trend.

(Bild: Hersteller)

Von
  • Ben Schwan

Es ist zwar kaum bekannt, doch eine Tatsache: Apple ist, gemessen am Umsatz, dank der Apple Watch mittlerweile größter Uhrenhersteller des Planeten. Der Umsatz mit den smarten Zeitmessern soll mittlerweile bei mindestens 5 Milliarden US-Dollar liegen – der bisherige Spitzenreiter, der Schweizer Konzern Rolex mit seinen vielen Töchtern, liegt hier drunter. Laut Angaben von IDC verkaufte Apple im vierten Quartal 2017 mehr Uhren als die gesamte Uhrenindustrie des Alpenlandes – also inklusive Swatch, Rolex und anderen.

Versuche der traditionellen Uhrenproduzenten aus der Schweiz oder aus Frankreich, selbst ins Smartwatch-Geschäft vorzudringen, fielen bislang wenig erfolgreich aus – während aus der Apple Watch, die anfangs belächelt worden war, ein Erfolgsprodukt wurde, das man in vielen Großstädten immer häufiger an den Armgelenken zu sehen bekommt. So sagen Analysten für das nächstes Jahr ein Wachstum um 40 Prozent voraus.

Unternehmen wie Swatch Group, Fossil oder Tag Heuer versuchen nun, sich auf ihre traditionelle Uhrmacherkunst zu besinnen, diese aber parallel mit smarter Technik zu ergänzen. Das Ergebnis sind sogenannte Hybrid-Geräte, die zwar aussehen wie mechanische Uhren, intern aber über digitale Features verfügen, berichtet das Wall Street Journal.

Zu den Pionieren in dem Segment gehören die LVMH-Tochter Tag Heuer mit ihrer "Connected"-Serie, die auf Google- und Intel-Technik setzt, Fossil mit der Q Modern Pursuit oder die Bellamy 2 von Swatch. Oft kontrollieren die Anbieter ihre Software allerdings nur teilweise und setzen auf besagte Partnerschaften, obwohl Android Wear im Markt schwächelt. Swatch will hingegen mit Swatch OS ein eigenes Betriebssystem auf den Markt bringen.

Hybrid-Designs haben den Vorteil, dass sie die Kundschaft dazu bringen könnten, Geld für hochklassige Mechanik zu investieren, gleichzeitig aber auch ihr Bedürfnis nach smarten Funktionen zu stillen. Mechanische Uhren haben allerdings eine deutlich längere Lebensdauer als Smart Watches, die oft jährlich in neuen Serien erscheinen. Das bekam auch Apple selbst zu spüren: Der Konzern versuchte anfangs, seine Apple Watch im Goldgehäuse für fünfstellige Beträge zu verkaufen. Mittlerweile übernimmt eine Kooperation mit Hermès das Luxussegment für den Konzern.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

Mit Ihrer Zustimmmung wird hier ein externer Preisvergleich (heise Preisvergleich) geladen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (heise Preisvergleich) übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

(bsc)