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Digital Audio Workstation: Pro-Tools-Nutzer fliehen angeblich vom Mac

Einer Befragung von Musikprofis zufolge wird das Werkzeug mittlerweile öfter unter Windows verwendet. Das könnte an technischen Problemen liegen.

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Umfrage: Pro-Tools-Nutzer fliehen vom Mac

Pro Tools auf dem Mac.

(Bild: Avid )

Machen Nutzer der Digital Audio Workstation Pro Tools mittlerweile einen großen Bogen um den Mac? Eine neue Umfrage des Fachportals Pro Tools Expert legt diesen Eindruck zumindest nahe. In einer regelmäßig durchgeführten Untersuchung, auf welchem System die Musikproduktionssuite bei den Usern denn laufe, kehrte sich das Ergebnis innerhalb von drei Jahren komplett um. Während 2016 von den rund 1000 Befragten über 65 Prozent antworteten, unter macOS unterwegs zu sein, waren dies 2019 nur noch 30 Prozent, bei sehr ähnlicher Beteiligungsrate.

Umfragen dieser Art sind mit Vorsicht zu genießen, da sie nie komplett manipulationssicher sind; da sich Pro Tools Expert jedoch an ein Fachpublikum wendet, sind die Ergebnisse durchaus beachtenswert. Das Ergebnis habe sie, so die Macher, jedenfalls schockiert. "Zu sagen, dass das [so ist], wäre eine Untertreibung." Die Nutzung habe sich in drei Jahren praktisch umgekehrt. "Wir wussten, dass einige Pro-Tools-Nutzer verärgert darüber sind, dass Apple bei seinem Profi-Mac nicht vorankommt, aber solche Veränderungen in den Zahlen hätten wir nie erwartet."

Apple hatte bereits im Frühjahr 2017 einen neuen modularen Mac Pro angekündigt, der jedoch nicht mehr im gleichen Jahr erscheinen sollte; schließlich wurde es auch 2018 nichts mehr, was für ein solches Produkt eine echte Ewigkeit darstellt. Der "aktuelle" Mac Pro kam vor sage und schreibe fünf Jahren auf den Markt – und Apple ist sich nicht zu schade, die Maschinen weiterhin zu Preisen ab 3400 Euro an Mann oder Frau zu bringen.

Zu den weiteren möglichen Gründen, warum Pro Tools auf dem Mac weniger verwendet wird, zählen die teils erfolgten Preiserhöhungen bei den Geräten. Unerwähnt bleibt von Pro Tools Expert jedoch ein anderes Thema: Technische Probleme, die es bei aktuellen Macs im Zusammenhang mit Audio-Hardware gibt. Besitzer von Macs mit Apples T2-Sicherheitschip melden mit USB-Technik extrem nervige Audioaussetzer. Es gibt zwar Workarounds, doch weitverbreitet scheinen die nicht zu sein.

Weiterhin ist Pro Tools nach wie vor nicht mit macOS Mojave, Apples jüngstem Betriebssystem, kompatibel; entsprechend müssen User den Vorgänger macOS 10.13 High Sierra weiterverwenden. Mac mini 2018 und MacBook Air 2018 wurden jedoch bereits mit Mojave ausgeliefert, eine Rückkehr auf High Sierra ist hier nicht vorgesehen, sie sind also vom Start weg nicht für Pro Tools einsatzfähig. (bsc)