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Umstrittenes iTunes-Gratisalbum: U2-Sänger entschuldigt sich

In einem Videointerview hat sich Bono zur nachfragelosen Direktverteilung der neuen U2-Platte an iTunes-Kunden geäußert. "Oops, äh, das tut mir leid", sagte er. Rockstars neigten zum "Größenwahn". Er habe gewollt, dass viele Leute die Songs hörten.

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Die Affäre um Apples Gratis-Verteilung des neuen U2-Albums "Songs of Innocence" an alle iTunes-Kunden hat erneut einen Kommentar des Sängers der irischen Rockband, Bono, provoziert. In einem Videointerview auf Facebook sagte er, er habe diese "wunderschöne Idee" gehabt und sich dann "mitreißen" lassen.

"Oops, äh, das tut mir leid", so Bono. Künstler hätten eine Neigung dazu, etwas größenwahnsinnig zu sein, aber auch zur Großzügigkeit und Selbstbewerbung. "Zudem haben wir eine tiefe Angst, dass diese Songs, in die wir in den letzten Jahren unser ganzes Leben gesteckt haben, nicht gehört werden könnten."

Bono im Facebook-Interview.

(Bild: Screenshot Facebook.com via MacRumors)

Letzteres ist in der Tat nicht passiert: Apple meldete 26 Millionen Downloads des Albums und noch deutlich mehr Streaming der Platte – auch wenn das bei über 800 Millionen iTunes-Konten fast wenig wirkt. Apple, das viel Geld für die Platte ausgegeben haben soll, musste schließlich auch noch ein Löschwerkzeug für die U2-Platte bereitstellen. Sie war Nutzern ohne Nachfrage in ihre iTunes-Bibliothek gepackt worden und wurde teilweise auch automatisch auf iOS-Geräte verteilt. Das hatte in sozialen Netzen für Aufruhr gesorgt.

Mittlerweile wird "Songs of Innocence" in einer kostenpflichtigen Version mit Bonusmaterial verkauft. Apples Konkurrenten nutzen unterdessen das Tohuwabohu: So verschickte Amazon einen Tweet mit der Aussage, "Prime"-Mitglieder könnten nun die Deluxe-Version von "Songs of Innocence" kostenlos streamen. "Stellt es in Eure Bibliothek. Wir werden das nicht für Euch tun", schrieb der Verfasser mit einem Smiley. (bsc)