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Unbrauchbare iPhones und Macs: Recycler verärgert über Apples Aktivierungssperre

US-Recycling-Firmen prüfen, ob sie Apple per Copyright-Ausnahme dazu zwingen können, die Aktivierungssperre aufzuheben.

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Ist die Aktivierungssperre scharfgeschaltet, lassen iPhones, iPads und Macs nur bei Kenntnis der Apple-ID frisch aufsetzen.

(Bild: WDnet Creation/Shutterstock.com)

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Unabhängige Recycling-Firmen sehen Apples Diebstahlschutzsystem als wachsendes Problem: Ist die Aktivierungssperre auf iPhone, iPad oder Mac gesetzt, lasse sich ein entsorgtes aber noch funktionstüchtiges Gerät nicht mehr für den Gebrauchtmarkt aufbereiten, sondern nur noch "schreddern", wie der Reparaturdienstleister iFixit berichtet – das sorge für unnötigen Müll und halte die Gebrauchtpreise hoch.

Mehrere Recycling-Firmen und Wiederaufbereiter prüfen deshalb, ob sie mit Hilfe der Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) eine Ausnahme vom DRM-Umgehungsverbot (DMCA Excemption) für diesen Spezialfall erwirken können, erklärt iFixit. Das solle Apple dazu zwingen, ein System für die legitime Aufhebung der Aktivierungssperre einzurichten. Apple verhindere schließlich die Weiterverwendung von "rechtmäßig erworbenem Eigentum", so einer der Recycler.

Das Copyright Office der US-Kongressbibliothek entscheidet regelmäßig über derartige DRM-Ausnahmen und hat in der Vergangenheit beispielsweise festgelegt, dass man SIM-Locks aufheben darf, um ein Gebrauchtgerät in anderen Mobilfunknetzen zu verwenden.

In Deutschland sorgte 2017 eine Urteil des Amtsgerichts München für Aufsehen: Ein ehrlicher Finder eines iPhones wollte die Freischaltung des Gerätes durch Apple erklagen. Er habe darauf keinen Anspruch, entschied das Gericht und wies das Anliegen ab.

Apple ist selbst in der Lage, die Aktivierungssperre aufzuheben. Kunden können dies etwa gegen Vorlage der Originalrechnung beim Hersteller beantragen. Das bedeutet zugleich, dass der Konzern selbst Gebrauchtgeräte problemlos aufbereiten und erneut auf den Markt bringen kann.

Um Diebe abzuschrecken, verknüpft Apple jedes Gerät bei der Erstinbetriebnahme fest mit dem Account des Besitzers. Das passiert automatisch, wenn man sich mit der Apple-ID anmeldet. Das System ist seit mehreren Jahren auf iPhones und iPads im Einsatz, seit macOS 10.15 auch auf Macs (mit T2-Chip).

Um gestohlene iPhones wieder betriebsbereit zu machen, setzen Diebe längst auf teils sehr cleveres und zielgerichtetes Phishing, um die Apple-ID-Zugangsdaten des Besitzers in Erfahrung zu bringen. Diese iCloud-Betrugs-Tools sind derart nachgefragt, dass sie als Dienstleistung angeboten werden.

Nutzer sollten darauf achten, die Aktivierungssperre vor Verkauf oder Entsorgung zu lösen, das passiert durch Deaktivierung des Apple-Dienstes "Wo ist?" respektive "Mein iPhone suchen". Setzt man das iPhone ordnungsgemäß komplett zurück, wird auch die Aktivierungssperre gelöst, dafür muss man Apple-ID und Passwort eingeben. Nachträglich kann der Besitzer die Verknüpfung über icloud.com/find lösen und das Gerät dort aus dem Account entfernen.

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(lbe)