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'Unfairer Wettbewerb': Apple weist Spotify-Vorwürfe vor EU-Kommission zurück

Spotify sieht sich von Apple benachteiligt und hat Beschwerde eingelegt. Diese fuße auf irreführenden Zahlen, argumentiert der iPhone-Konzern nun.

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(Bild: dpa, Andy Wong)

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Apple hat sich vor der EU-Kommission gegen die Wettbewerbsbeschwerde des Musikstreaming-Marktführers Spotify zur Wehr gesetzt: Spotify-Chef Daniel Ek habe in der Beschwerde bei den Wettbewerbshütern mit irreführenden Zahlen hantiert, wie Apple nun in einer Stellungnahme an die EU-Kommission argumentiert.

Aufs iPhone kommen Apps und Dienste nur über Apples App Store.

(Bild: dpa, Alex Heinl/Archiv)

Spotify erwecke den Eindruck, dass die zu leistenden Abgaben in Höhe von 30 Prozent für alle Abonnenten auf Apple-Geräten fällig werde, heißt es in dem Schreiben an die EU-Kommission.

Dabei gehe es im konkreten Fall nur um einen relativ kleinen Kreis an Kunden: Die Provision von 30 Prozent sei nur bei jenen Spotify-Nutzern erhoben worden, die ihr bezahltes Abonnement über die In-App-Kauffunktion der iPhone-App abgeschlossen haben.

Diese Funktion sei aber lediglich von 2014 bis 2016 in der Spotify-App aktiv gewesen – und in dieser Zeit hätten nur die besagten 680.000 Abonnenten davon Gebrauch gemacht. Für alle davor und danach getätigten Abschlüsse von Spotify-Bezahl-Abos hat Apple nach eigenen Angaben keinen Cent kassiert.

Apple verweist gegenüber den Wettbewerbshütern zudem darauf, dass man die Umsatzaufteilung von 70/30 im Jahr 2016 angepasst hat: Seitdem gilt ab dem zweiten Abojahr eine 85/15-Aufteilung für die über Apples Zahlungsschnittstelle abgeschlossenen Abos mit Verlängerungsautomatik. Läuft ein Abo ungekündigt über mehr als 12 Monate, sinkt Apples Provision auf 15 Prozent. Da die 680.000 Spotify-User ihre Abos vor drei bis fünf Jahren abgeschlossen haben, muss Spotify für sie nach Apple Angaben inzwischen also nur noch 15 Prozent abführen.

Spotify sieht sich durch die Apple-Provision im Nachteil zu Apples eigenem Musik-Streaming-Dienst, der keine Abgabe von bis zu 30 Prozent für iPhone-Nutzer einkalkulieren müsse. Im März hat der Streaming-Dienst deshalb eine Beschwerde bei der EU-Kommission eingereicht. Apples Geschäftspraktiken würden Wettbewerb sowie Kunden schaden, gab Spotify im März zu Protokoll: Der Konzern erachte alle Spotify-Nutzer auf iOS als seine eigenen Kunden – statt als Spotify-Kunden, das sei das Kernproblem.

Apple hält in dem Schreiben an die EU-Kommission dagegen, man habe mit einem Smartphone-Marktanteil von gut 20 Prozent in Europa keine marktbeherrschende Stellung. Apple Music habe überdies nur halb so viele Bezahlkunden wie Marktführer Spotify.

In den USA versuchen iPhone-Nutzer und App-Entwickler mit Sammelklagen, Apples Monopol auf den Vertrieb von iPhone-Apps aufzubrechen. Apps für iPhone und iPad darf man nur in Apples App-Laden kaufen. Apps, die digitale Inhalte zum Kauf oder als Abo anbieten, müssen dafür jeweils bis zu 30 Prozent Provision an Apple entrichten – andere Bezahlmöglichkeiten sind nicht zulässig.

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(lbe)