Ungewollter Standortzugriff beim iPhone: UWB-Tracking lässt sich bald abdrehen

In der neuen Beta von iOS 13.3.1 hat Apple einen Schalter eingebaut, mit dem man die Ortserfassung bei iPhone 11 und 11 Pro händisch deaktivieren kann.

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Betroffen waren iPhone 11 und 11 Pro, in den UWB-Chips stecken.

(Bild: Apple)

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Apple hat auf Kritik von Sicherheitsexperten reagiert, denen aufgefallen war, dass zwei iPhone-Modelle Standortabfragen vornehmen, obwohl der Nutzer die GPS-Erfassung eigentlich deaktiviert hatten. Die in den Geräten 11 und 11 Pro erstmals verbauten Ultrabreitband-Chips (UWB) müssen an bestimmten "kritischen" Orten automatisch abgeschaltet werden, so Apple im Dezember zur Begründung. Dazu sei eine Überprüfung des Standorts notwendig. Die Ortsdatenabfrage zu diesem Zweck erfolge aber rein lokal auf dem iPhone, teilte der Konzern mit, Apple speichert also nichts mit.

In der jüngsten (zweiten) Beta von iOS 13.3.1 hat der Konzern dennoch nun einen neuen Schalter integriert. Dieser befindet sich in den Systemeinstellungen im Bereich der Ortsdienste bei den Systemdiensten. Wird hier "Netzwerk und Drahtlosanbindung" abgedreht, könne dies Auswirkungen auf die Leistung von "Bluetooth, Wi-Fi und Ultrabreitband" haben, so iOS 13.3.1 Beta 2 in einem Warndialog. Apple hatte zuvor angekündigt, in einem zukünftigen iOS-Update einen Schalter speziell für diese Ortsabfrage integrieren zu wollen. Wann die Finalversion der nächsten iOS-Version erscheint, bleibt aber unklar.

Erstmals entdeckt hatte Sicherheitsexperte Brian Krebs die Merkwürdigkeit. Apple kommentierte ihm gegenüber, man sehe keine "tatsächlichen Sicherheitsauswirkungen" durch die ungewünschte Abfrage. Immerhin zeigte iOS 13 den Zugriff in der Statusleiste an. Darüber war Krebs überhaupt erst auf das Problem gestoßen. Dass Nutzer, die alle Ortsdienste abgedreht haben, diese auch für UWB womöglich nicht freigeben wollen, ignorierte Apple dabei.

Ultrabreitband kann etwa für die Erfassung des Nahbereichs gute Dienste leisten. So scheint Apple ein eigenes Tagginggerät zu planen, das man an Schlüssel oder andere leicht zu verlierende Dinge haften kann, wie man das von Tile und Co. kennt. Aktuell ist das "Apple Tag" aber noch nicht auf dem Markt. Stattdessen kann UWB derzeit nun den Kontakt zwischen iPhone-11-(Pro)-Geräten beim Datenaustauschdienst AirDrop verbessern, weil die sich genauer erkennen. (bsc)