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Mac & i

Uni-Projekt: Cluster aus Apple-TVs

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Um "energieeffizientes Parallelrechnen auf Unterhaltungselektronik" zu untersuchen, hat ein Team an der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität einen Apple-TV-Cluster aufgebaut, der bislang aus sechs Knoten besteht und bereits MPI-Anwendungen ausführen kann – ein Jailbreak der Geräte war dafür Voraussetzung. Das Message Passing Interface (MPI) ist laut Wikipedia ein Standard, der den Nachrichtenaustausch bei parallelen Berechnungen auf verteilten Computersystemen beschreibt. Er legt dabei eine Sammlung von Operationen und ihre Semantik, also eine Programmierschnittstelle fest, aber kein konkretes Protokoll und keine Implementierung.

Apple TVs im Cluster

(Bild: MNM-Team, LMU München)

Das wachsende Interesse an HD-Streaming, grafikintensiven Spielen und Echtzeit-Videokodierung führe zu immer leistungsfähigeren ARM-basierten Geräten, die vergleichsweise kostengünstig und sparsam ausfallen, erklärt das Team auf der Projektseite. Zu diesen für Heimanwender gedachten Geräten zähle auch die zweite Apple-TV-Generation mit ihrem 1 GHz schnellen A4-Chip und einer PowerVR-GPU.

[Update: "Wir sind noch beim Benchmarken, aber realistischerweise ist der AppleTV-Cluster auch bei (Fließkomma-)Leistung pro Watt nicht konkurrenzfähig mit heutigen Spitzensystemen, wie sie etwa in der Green500-Liste geführt werden. Der Spitzenreiter in der Liste BlueGene/Q wird sicherlich nicht zu schlagen sein, zumal die ARM-CPUs im AppleTV nicht auf Double Precision Fließkomma optimiert sind. Das Projekt ist für uns trotzdem interessant, weil sich erstens schon zeigt, dass ARM-basierte Lösungen auch im Server-Bereich immer wichtiger werden. Und zweitens ist klar, dass die Innovation im Bereich der Consumer Electronic derzeit rasanter voranschreitet als im Desktop/Server-Markt", sagte der am Institut für Informatik tätige Projektleiter Dr. Karl Fürlinger gegenüber Mac & i.]

"Hintergrund ist der immer mehr an Bedeutung gewinnende Aspekt der Leistungsaufnahme und Energieffizienz im Hochleistungsrechnen, insbesondere für zukünftige Systeme der Exascale-Klasse", so Fürlinger weiter. Erste mit dem Apple-TV-Cluster gewonnene Erfahrungen will das Forscherteam demnächst in einem Whitepaper veröffentlichen. Apple ist bei dem Projekt nicht beteiligt. (lbe)