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Verbot von Apps aus dem Baukasten: Apple rudert zurück

Der iPhone-Konzern will aus Vorlagen erstellte Apps doch wieder in den App Store lassen – wenn Firmen diese unter einem eigenen kostenpflichtigen Developer-Account veröffentlichen.

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Apple iPhone

(Bild: dpa, Jeff Chiu)

Apple hat die App-Store-Zulassungsrichtlinien überarbeitet und das kontroverse Verbot für sogenannte Template-Apps und "App-Generierungs-Dienste" gelockert. Apps aus dem Baukasten dürfen nun wieder über den App Store vertrieben werden, aber nur wenn diese direkt von der jeweiligen Firma oder Organisation eingereicht werden – und nicht mehr von einem Dienstleister, der die Apps aus Vorlagen erstellt hat, wie aus den überarbeiteten Prüfungsrichtlinien hervorgeht.

Das bedeutet zugleich, dass jede Firmen nun ein eigenes Developer-Abonnement bei Apple abschließen muss, um Apps einreichen zu können – dies kostet knapp 100 Dollar pro Jahr. Für Einrichtungen der öffentlichen Hand und Non-Profit-Organisationen soll der Developer-Account kostenlos werden, betonte Apple gegenüber Techcrunch – man starte damit 2018 in den USA.

Der App Store – zentraler, von Apple kontrollierter Zugangspunkt für iPhone-Apps.

(Bild: dpa, Alex Heinl/Archiv)

Die Drittfirmen, die Apps aus dem Baukasten anbieten, dürfen diese dementsprechend nicht mehr selbst bei Apple einreichen.

Diese Anbieter müssen Tools bereitstellen, die ihren Kunden erlauben, “angepasste und innovative Apps” zu erstellen, betont Apple. Dienste wie etwa eine Restaurant-Suchmaschine können aber weiterhin eine App anbieten, in denen einzelne Restaurants einen Eintrag buchen können, führt der iPhone-Konzern weiter aus.

Ende Oktober war bekannt geworden, dass Apple mit dem Ausschluß von Template-Diensten nicht nur wie ursprünglich vermutet gegen Klon- und Spam-Apps vorgeht, sondern durchaus auch gegen legitime Anbieter – Anfang 2018 sollten Template-Apps generell abgelehnt werden.

Dieser Schritt schade vorrangig kleine und mittelständische Firmen sowie anderen Organisationen, die sich eine teure App-Entwicklung nicht leisten können, schließlich koste eine App schnell zwischen 20.000 und 200.000 Dollar, argumentierte ein Template-Anbieter und rief Apple mit einer Petition zur Überarbeitung der Richtlinie auf. Auch ein US-Kongressabgeordneter hatte sich in der Angelegenheit direkt an den Konzern gewandt und Besorgnis zum Ausdruck gebracht, das Verbot sei viel zu breit gefasst – und treffe auch die Falschen. (lbe)