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Verbraucherschützerstudie: Apps sind "kleine Datenstaubsauger"

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat 50 Apps für iOS und Android analysiert. Viele greifen zu viele Daten ab – und die meisten Anbieter sind für ihre Nutzer nicht oder nur schwer kontaktierbar.

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Apps auf dem iPhone.

(Bild: dpa, Jan-Philipp Strobel)

Kein Anschluss unter dieser App – das heißt es meist beim Versuch, Kontakt mit Entwicklern von Smartphone-Anwendungen aufzunehmen. Nutzer haben es daher schwer, Nachfragen etwa zu Zugriffsberechtigungen und zum Datenschutz zu stellen. Zu diesem Ergebnis kommt der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) nach einer Analyse von 50 Apps für iOS und Android. Besonders kritisch seien diese ins Leere laufende Kontaktversuche zu bewerten, weil viele Apps "kleine Datenstaubsauger" seien. Im Test nahmen sie sich bis zu einem Dutzend Berechtigungen heraus, die sie für ihre eigentlichen Aufgaben teils gar nicht benötigen.

In Apples iTunes Store fanden die Tester vor dem Herunterladen einer App keine direkten Kontaktmöglichkeiten für Verbraucher, sondern nur den Namen des Anbieters. Googles Play Store gibt immerhin überwiegend verlinkte E-Mail-Adressen an.

Viel weiter bringen diese Kontakte Nutzer aber auch nicht, bemängeln die Verbraucherschützer. Denn von 43 im Play Store gefundenen und angeschriebenen E-Mail-Kontakten kam von 25 Anbietern gar keine Reaktion. Und 4 Entwickler vertrösteten per Autoreply auf eine spätere Antwort.

10 Anbieter sendeten automatisierte, meist englischsprachige Anwortmails. In der Regel waren diese ohne Bezug zur Fragestellungen, mit falschen Antworten oder mit Links auf teilweise unbrauchbare Hilfebereiche oder Kontaktformulare auf den Internetseiten der Anbieter. Diese hatten aber wenig mit der Fragestellung zu tun. Lediglich 4 Entwickler schickten den Testern mehr oder weniger zufriedenstellende Antworten.

Smartphone-Besitzer sollten immer kritisch prüfen, welche Rechte sich Apps herausnehmen. iOS-Nutzer können in den Einstellungen unter Datenschutz etwaige Zugriffe jeder einzelnen App auf Ortungsdienste, Kontakte, Kalender, Erinnerungen, Fotos, Bluetooth-Verbindungen oder auf andere Apps ein- oder ausschalten.

Android-Nutzer haben diese Möglichkeit nicht und sollten neugierige Anwendungen am besten gar nicht erst installieren oder sie gleich wieder löschen. Berechtigungen können bei Android unter "Einstellungen/Apps" kontrolliert werden. Allerdings können Laien oft nicht einschätzen, ob eine bestimmte Berechtigung wirklich notwendig ist oder missbraucht werden könnte. (mit Material von dpa) / (bsc)