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Verlage: Monetarisierung von Apple News noch "miserabel"

Der bislang nur in englischsprachigen Regionen verfügbare Nachrichtenservice zeigt zu wenig Reklame und lohnt sich für die Publisher noch nicht, sagen die.

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Apple News

Apple News – hier auf iPad und iPhone.

(Bild: Apple)

Apple News, Apples Nachrichten-App für iPhone, iPad und Mac, ist nun schon seit über drei Jahren auf dem Markt. Der mit iOS 9 eingeführte Neuigkeiten-Service scheint sich für die Verlage bislang trotz guter Abrufzahlen aber noch immer nicht zu lohnen. Wie ein Fachmedium berichtet, sind die mit Reklame einfahrbaren Umsätze "miserabel" oder gar "grauenhaft".

Als Beispiel nennt die Publikation Digiday, die über digitale Werbung und Marketing schreibt, einen Publisher, dem Apple News weniger als 1000 US-Dollar im Monat einbringe. Die sieben von Digiday befragten Verlage – ihre Namen werden jedoch nicht genannt – sehen zwar seit Anfang des Jahres leichte Verbesserungen. Der Verkauf von Werbung direkt für den Dienst scheitere aber oft am geringen Interesse der Werbetreibenden. Beträge "im niedrigen fünfstelligen Bereich" sollen angeblich die Regel sein. Im letzten Herbst hieß es bereits, ein Magazin wie Slate generiere für einen Artikel, der im Web 50.000 Seitenabrufe verzeichnet, so viel, wie bei sechs Millionen Seitenabrufen über Apple News.

Zu den Kritikpunkten der Publisher zählt, das Apple zu wenig Daten an diese durchreicht, die dann wiederum mit Werbekunden geteilt werden könnten. Die Nutzung von Third-Party-Daten oder die Weitergabe von IP-Adressen sind verboten – ganz im Gegensatz zu üblicher Web-Werbung. Das Nutzer-Targeting wird von Apple besonders datenschutzfreundlich abgewickelt. Weiterhin sollen die "Programmatic Advertising"-Ansätze der Verlage inkompatibel mit der Apple-News-Plattform sein, weshalb Werbeplätze ungebucht bleiben.

Apple hatte bei Apple News teilweise nachjustiert, an seinem Privatsphärenschutz allerdings kaum gerüttelt. Angeblich führt dies dazu, dass 75 bis 85 Prozent der Reklameplätze leer bleiben, die Apple selbst zu verkaufen versucht. Bis Anfang 2019 sollen in allen Werbebereichen angeblich nur 20 Prozent dauerhaft besetzt gewesen sein. Googles AMP-Format und Facebooks Instant Articles seien lukrativer.

Zuletzt hatte Apple im vergangenen Frühjahr damit begonnen, in Apple News Anzeigen der Google-Tochter DoubleClick zu erlauben. Der Service ist nach wie vor nur in englischsprachigen Regionen verfügbar. Dies sind aktuell Vereinigte Staaten, Großbritannien und Australien.

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(bsc)