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Verlage fühlen sich von Apple betrogen [Update]

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Seit Apple vor wenigen Tagen Sonys Reader-App ablehnte, wird die Kritik von Verlagen zunehmend lauter. Die Branche ist verärgert über Apples neue Marschrichtung, die die Abwicklung der Verkäufe von Zeitungen, Magazinen und Büchern über In-App-Verkäufe zwingend vorschreibt. Sie fühlt sich zum Teil sogar durch die Änderung der Regeln "hinters Licht geführt" und um ihren Gewinn betrogen.

Nun lädt die International News Media Association (INMA) Branchen-Vertreter zu einer Krisensitzung am 17. Februar nach London ein. Dort wollen die Medienkonzerne ihre Reaktionen koordinieren. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen laut der Einladung die Fragen, wer wie viel von den Einnahmen abbekommt, wer die Kundendaten hält und wie zukünftige Geschäftsmodelle aus Sicht der Verleger aussehen könnten.

Die Kritik richtet sich im Kern gegen Apples Anteil am Umsatz. Wie auch bei anderen Verkäufen im App Store behält der Computer-Hersteller 30 Prozent der Einnahmen für sich. Verkäufe der Inhalte am App Store vorbei, etwa wie bisher über die Webseiten der Verleger, sollen in Zukunft nur noch erlaubt sein, wenn gleichzeitig auch ein Kauf über die In-App-Purchases implementiert ist.

Diese Regeln gelten laut Apples Entwickler-Richtlinien seit Einführung der In-App-Verkäufe. Neu ist, dass Apple solche Apps, die dagegen verstoßen, nun nicht mehr in den App Store lässt. Für bereits im App Store eingestellte Programme gilt eine Schonfrist bis zum 30. Juni. Danach müssen auch diese In-App-Verkäufe anbieten.

Für die Verlage ist diese Auflage eine harte Nuss, denn sie schmälert die Gewinne deutlich. Bis gestern hofften sie noch, im Rahmen der Vorstellung der iPad-Zeitung "The Daily" würde auch eine Überarbeitung der Kostenstruktur vorgestellt werden. Dem war aber nicht so. Statt dessen bleibt es auch für den Abonnement-Verkauf von Zeitungen und Zeitschriften bei der 30-Prozent-Abgabe.

[Update:] Laut einem Bericht des Wall Street Journal hat zumindest ein App-Entwickler den 31. März als "Verbotstermin" für Anwendungen genannt bekommen. Ab diesem würden "Zeitungen und Magazine" zurückgewiesen, die keine zusätzliche Bezahloption über Apple erlaubten. Der verantwortliche Apple-Manager Eddy Cue sagte laut dem Blatt, Apple wolle seinen Kunden Publikationen sowohl über den eigenen App Store als auch über Websites und andere Wege zugänglich machen – und das möglichst einfach. (mst)