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Vor 20 Jahren: Apple (fast) pleite

Der heute wertvollste börsennotierte Konzern der Welt stand nach der Rückkehr von Steve Jobs 1997 kurz vor dem Bankrott. "Der Sargdeckel schließt sich", meldete der Nachrichtensender CNN.

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Macintosh 1997

Solche grauen Kisten verkaufte Apple damals.

(Bild: dpa, Apple)

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Eigentlich hätte im Frühjahr 1997 wieder (etwas) Optimismus herrschen müssen in Sachen Apple. Der Konzern hatte im Februar gerade den Kauf von Next finalisiert und damit Steve Jobs – zunächst als "Berater" – zurück ins Unternehmen geholt. Allerdings ging es finanziell weiter bergab. Das inspirierte den amerikanischen Kabelnachrichtenkanal CNN am 13. März 1997 zu einer dramatischen Schlagzeile: "Apple running out of time", dem Konzern läuft die Zeit davon.

Gene Glazer, ein Technikanalyst beim Investmenthaus Dean Witter, sagte der CNN-Sendung "Digital Jam", zwar seien die Nägel noch nicht in Apples Sarg geschlagen, doch "der Sargdeckel schließt sich". Kurz nach dem Bericht sollte Apple Informationen über sein neuestes Restrukturierungsprogramm bekanntgeben. 2000 bis 6000 Stellen sollten gestrichen werden. Das war dramatisch viel, hatte Apple damals doch (nur noch) 11.000 Mitarbeiter. (Heute sind es über 115.000.)

Apple müsse seinen Marktanteil stabilisieren. Gerüchten, Apple könne ganze Abteilungen eliminieren, erteilte Glazer eine Absage. "Die können nicht ihr ganzes Geschäft aufgeben. Es gibt aber Spekulationen über das Outsourcing von Funktionen." Glazer dachte dabei unter anderem an das "low-end performer"–Endkunden-Geschäft – genau jenes, das Steve Jobs anderthalb Jahre später mit dem iMac wiederbelebte.

Probleme hatte Apple nicht nur bei den Mac-Verkäufen. Auch die "Glaubwürdigkeit an der Wall Street" war laut CNN 1997 beschädigt. "Die Leute, die heute in Apple investieren, denken konträr", meinte Glazer. Das hätte sich allerdings ganz bestimmt ausgezahlt: Hätte man im Februar 1997 1000 Anteilsscheine für insgesamt 560 Dollar erworben – die Aktie krebste, Splits eingerechnet, bei 0,56 US-Cent herum – hätte man 20 Jahre später 130.000 Dollar zusammen gehabt.

Interessanterweise gab es im März 1997 bereits Spekulationen, dass bei Apple die Machtübernahme durch Steve Jobs bevorstehe: Der CEO Gil Amelio sei nur ein Jahr bei Apple "und einige beginnen zu erzählen, dass Steve Jobs der eigentliche Chef im Hintergrund ist", so Glazer zu CNN. Tatsächlich drängte Jobs Amelio bereits im Juli 1997 aus dem Unternehmen und übernahm als "iCEO" (das "i" stand für "interim") die Führung.

[Update 15.03.17 15:12 Uhr:] Börsenperformance präzisiert. (bsc)