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Vor 20 Jahren: Steve Jobs enthüllt Mac-Bedienoberfläche Aqua

Man müsse die Oberfläche "lecken wollen", erklärte Steve Jobs bei der Präsentation. Bis heute bestimmt Aqua das Aussehen von macOS.

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Steve Jobs bei der Vorstellung der Aqua-Bedienoberfläche von Mac OS X.

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Apples Mac-Bedienoberfläche "Aqua" ist nun 20 Jahre alt: Auf der Messe Macworld in San Francisco enthüllte Apple-Chef Steve Jobs Anfang Januar 2000 die komplett neu gestaltete Oberfläche für Mac OS X – den Nachfolger von Classic Mac OS.

In Anlehnung an die knallbunten iMacs, die Apple Ende der 90er Jahre aus der Krise halfen, fiel die Bedienoberfläche ungewöhnlich bunt aus. Farben, Tiefe, Lichtdurchlässigkeit und Texturen sollen für eine optisch ansprechende Bedienoberfläche sorgen, führte Apple damals in den Human Interface Guidelines aus – oder wie es Jobs knapp auf der Keynote zusammenfasste: Man müsse die Bedienelemente "lecken wollen", das sei eines der Design-Ziele gewesen.

Stephan Ehrmann, heutiger Chefredakteur der Mac & i, schrieb am 5. Januar 2000 auf heise online:

"Quartz", die PDF-basierende Display-Software, "Cocoa", das objektorientierte API, "Classic", die integrierte Umgebung für alte Mac-OS-Programme und "Darwin", der darunterliegende Kern, sind Komponenten, von denen Apple nun schon länger spricht. Zum ersten Mal gezeigt wurde "Aqua", die neu gestaltete Oberfläche. "Interaktive" Elemente sollen die Bedienung des Mac OS wesentlich vereinfachen, indem sie etwa auf Mausbewegungen auch ohne Klick reagieren (Mouse-over). Fenster lassen sich endlich in Echtzeit verschieben, und ein animiertes "Dock" nimmt am unteren Bildschirmrand Symbole von geöffneten Programmen und Fenstern auf, ähnlich dem Tray von Windows. Die neuen durchsichtigen Buttons wird jedoch sicher mancher für überflüssigen Schnickschnack halten.


Mac OS X, die große Neuauflage des Mac-Betriebssystems, hatte Jobs knapp zwei Jahre zuvor als eine Zusammenführung des NextStep-basierten Rhapsody mit dem klassischen Mac OS angekündigt, bis in den Januar 2000 war die Bedienoberfläche jedoch unter Verschluss geblieben. Auch die erste Developer Preview von Mac OS X Server lieferte zwar schon den neuen Unterbau, kam aber noch mit der Vorgänger-Bedienoberfläche Platinum. Erst mit der Developer Preview 3 von Mac OS X hielt Aqua im weiteren Verlauf des Jahres 2000 auf dem Mac Einzug.

Aqua bestimmt bis heute das Erscheinungsbild von macOS.

(Bild: Apple)

Im Laufe der Jahre nahm Apple etliche Änderungen an Aqua vor, viele Basiselemente bestimmen aber bis heute das Bild von macOS, von den ampelfarbigen Buttons zum Schließen, Minimieren und Vergrößern von Fenstern bis hin zum Dock.

Mit den "iTools" stellte Jobs auf der Macworld außerdem neue Internet-Dienste in Gestalt einer kostenlosen E-Mail-Adresse, der "iDisk" mit 20 MByte Cloud-Speicherplatz, einem Web-Filter für Kinder und virtuellen Postkarten zum Verschicken vor. Auch präsentierte Jobs den Internet Explorer 5 – die letzte Version des Microsoft-Browsers für den Mac.

Am Ende der Veranstaltung überraschte Jobs schließlich mit der Ankündigung, dass er als permanenter CEO bei Apple verbleiben will und nicht länger nur als Übergangschef. "Den Interimstitel, den er jetzt zweieinhalb Jahre trug, legt er damit ab. Die zunächst ironisch gemeinte Abkürzung 'iCEO' will der Mann, der Apple zurück zum Erfolg führte, aber behalten. Das i erinnere ihn ständig ans Internet, und das sei für Apple ja extrem wichtig", so Ehrmann.

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(lbe)