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WWDC 2016: Die Neuheiten der Apple Keynote im Überblick

Kein einziges Stück neue Hardware hat Apple bei seiner jüngsten Keynote am Montag gezeigt. Die neuen Betriebssysteme und Apps sind aber dennoch spannend. Alles wichtige im Überblick.

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WWDC

(Bild: dpa, Christoph Dernbach)

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Wer gehofft hatte, dass Apple insbesondere Mac-Freunden endlich neue Hardware gönnt, wurde bei der WWDC-2016-Keynote am Montag (siehe Mac & i-Liveticker) leider enttäuscht: Konzernchef Tim Cook, Softwareboss Craig Federighi, iTunes-Leiter Eddy Cue und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeigten nichts als neue Programme – Apps und vor allem Betriebssysteme. Aber die hatten es durchaus in sich, wie unser Überblick zeigt.

Los ging's mit watchOS 3, das der verantwortliche Manager Kevin Lynch vorführen durfte. Apple macht mit dem neuen Betriebssystem die Computeruhr Apple Watch quasi zu einem neuen Gerät. Die Bedienung der Oberfläche wurde deutlich umgekrempelt, was vor allem dazu führen soll, dass die Hardware sich flotter bedienen lässt.

watchOS 3, vorgestellt von Kevin Lynch.

(Bild: Screenshot Apple.com)

Lieblings-Apps landen nun in einem eigenen Dock, das man über die Seitentaste aufrufen kann. Diese Programme sind allesamt sofort startklar – sieben Mal schneller sollen sie auf dem Schirm sein. Zudem erhalten sie Daten im Hintergrund und sind somit sofort beim Aufruf aktuell. Es gibt diverse neue Zifferblätter für die Uhr, die sich schneller wechseln lassen.

An den Fitness- und Aktivitäts-Apps wurde geschraubt. So kann man künftig per "Activity Sharing" mit Freunden in Konkurrenz treten und die Fitness-App lässt sich auch von Rollstuhlfahrern adäquat nutzen. Eine neue "Breathe"-App erlaubt Atemübungen. Hinzu kommen diverse Kleinigkeiten. So kann watchOS 3 nun auf das Display gezeichnete Buchstaben in Worte umsetzen, um direkt auf der Watch auf Nachrichten zu antworten.

Apples Betriebssystem für die Apple-TV-4-Multimediabox, tvOS, wird ebenfalls überholt. Hier lernt die Sprachassistentin Siri neue Kommandos hinzu und kann – vollständig allerdings nur in den USA – bis zu 650.000 TV-Folgen und Filme durchforsten. YouTube lässt sich per Sprache durchsuchen und Videos starten, es gibt ein zentrales Login-Interface für Kabel-Abos (nur USA) und eine neue Fernbedienungs-App für iOS, die das iPhone auch zum Spielecontroller für Apple TV 4 macht.

Das Interface erhielt einen Nachtmodus und es gibt diverse neue APIs für Entwickler. So kann man mit ReplayKit Inhalte aufnehmen, PhotoKit hilft bei der Nutzung von Fotos in der Cloud und HomeKit, Apples Smart-Home-Umgebung, wird für tvOS ebenfalls implementiert. Insgesamt sind das recht interessante Neuerungen, doch tvOS leidet nach wie vor unter der Tatsache, dass Apple keinen eigenen TV-Dienst anbietet und es ein starkes Geoblocking gibt. So sind viele spannende Inhalte schlicht nur in den USA zu haben.

Die Gerüchteküche hatte es vorhergesagt: Apple gibt den Namen "OS X" für sein Mac-Betriebssystem auf. Stattdessen lautet die Bezeichnung künftig "macOS" – in Verbindung mit dem offiziellen Codenamen. Aus OS X 10.12 wird also macOS Sierra. Das passt besser zu iOS, watchOS und Co. Trotz des Namenswechsels sind die Neuerungen in macOS Sierra vergleichsweise klein: Apple betreibt sinnvolle Produktpflege.

So wird die Continuity-Funktion verbessert, die iOS- und macOS-Geräte miteinander verbindet. Besitzt man eine Apple Watch, kann man den Mac per "Auto Unlock" entsperren, wenn man sich diesem nähert. Das "Universal Clipboard" teilt die Zwischenablage von Mac und iPhone oder iPad via iCloud – das geht auch mit Videos und Bildern. iCloud Drive dient künftig als Auslagerungsmedium. Dokumente und Desktop werden auf Wunsch automatisch in die Cloud geschickt und andere Dokumente, die nicht so wichtig sind, landen dort auf Nutzerbefehl ebenfalls. Platzhalter sorgen dafür, dass man nichts verliert. Zudem gibt es eine neue Anwendung, die dem Nutzer dabei hilft, unnötige Dateien von der Platte oder SSD zu tilgen.

Aus OS X wird macOS (15 Bilder)

Craig Federighi witzelt auf der WWDC 2016, dass der Name "OS X" nicht mehr zu den übrigen Betriebssystemen passt.

Apple Pay, Apples Bezahldienst, wird künftig Teil von macOS – wobei Deutschland immer noch nicht mitmachen darf. In Safari lassen sich Bezahlvorgänge per Apple Pay abschließen, dazu identifiziert man sich auf seinem iOS-Gerät mit dem Fingerabdruck. Es gibt eine neue Bild-in-Bild-Funktion für Videos und Tabs sollen künftig automatisch in allen Apps implementiert sein, ohne dass Entwickler etwas tun müssen.

Siri landet als Sprachassistentin erstmals auf dem Mac und kann auch lokale Dateibestände durchsuchen. Sie sitzt in einem eigenen Fenster und erlaubt Drag & Drop aus Ergebnislisten. Apple hat zudem verschiedene wichtige System-Apps wie die Fotos-Anwendung und iMessages verbessert. Fotos kann Gesichter, Szenen und Objekte erkennen. iTunes soll leichter bedienbar sein.

Besitzer von iPhone, iPad und iPod touch bekommen mit iOS 10 eine ganze Reihe praktischer Neuerungen serviert. So kann Siri nun deutlich mehr, da die Sprachassistentin für Entwickler geöffnet wird – so kann man etwa die WeChat-App direkt nutzen oder sich ein Taxi per Uber rufen. Intelligente Vorschläge helfen dabei, Textkonversationen schneller zu führen.

Die Fotos-App kommt mit einer Gesichts- und Szenenerkennung. Die Karten-App wurde deutlich aufgemöbelt und bietet ein schöneres Interface mit Ortsdaten im Routing-Modus – natürlich auch auf Apples iPhone-Fahrzeugintegrations CarPlay. Die Musik-App wurde für Apple Music verbessert und soll nun endlich leichter bedienbar sein. Es gibt erstmals einen "Downloaded"-Ordner, der anzeigt, welche Songs auf dem Gerät lokal vorhanden sind.

Die neuen iOS-Features in Bildern (20 Bilder)

Erste Neuerung: Der iOS-Sperrbildschirm wird interaktiver. Nachrichten können direkt beantwortet, Videos abgespielt werden.

Eine neue Home-App fasst alle HomeKit-Funktionen zusammen und erlaubt es, seine smarten Geräte mit Hilfe von Szenen zu steuern. Man kann künftig etwa die Garage über Apples Kontrollzentrum öffnen. Viele iOS-10-Funktionen sind zudem über den Lockscreen erreichbar. Widgets wurden umgebaut und sind nun nicht mehr in der Tagesansicht, sondern im Spotlight-Screen zu finden. Die Telefon-App beherrscht auch VoIP-Gespräche etwa über WhatsApp. Apple News, das nach wie vor nicht in Deutschland verfügbar ist, bekam ein neues Interface spendiert.

Die wohl am stärksten veränderte Anwendung ist die Nachrichten-App. Sie bietet zahlreiche Detailverbesserungen. Man kann Animationen und Effekte versenden, es gibt eine integrierte Emoji-Übersetzungsfunktion (aus Text werden Emoji-Vorschläge) und man kann Links sofort in der App betrachten. Aus Nachrichten wird zudem eine eigene Plattform, denn Entwickler können künftig Erweiterungen direkt für iMessages schreiben. Dazu gibt es eine eigene Sektion im App Store. Als Beispiel nannte Apple etwa die Tischreservierung per OpenTable.

watchOS 3, das neue tvOS, macOS Sierra und iOS 10 erscheinen allesamt "im Herbst" – vermutlich im September, einen genauen Termin nennt Apple traditionell nicht. Entwicklerbetas gibt es seit Montag, Teilnehmer von Apples öffentlichem Betaprogramm dürfen ab Juli mittesten. Alle neuen Betriebssysteme werden kostenlos angeboten. (bsc)