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WWDC: Neuer Mac Pro mit Thunderbolt 2.0 und USB 3.0

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Auf seiner Entwicklerkonferenz in San Francisco hat Apples Marketing-Vize Phil Schiller einen komplett neu designten Mac Pro vorgestellt. Er ist wie ein hochkant stehender Zylinder geformt, wesentlich schmaler und kleiner als sein Vorgänger. Die Höhe von 25 Zentimetern erreicht nicht einmal den Einschaltknopf des Vorgängers, der rund 50 cm hoch war. Laut Schiller soll der Neue nur ein Achtel des bisherigen Volumens einnehmen. Das mutige Design beruht auf einem neuen Kühlungskonzept, alle Komponenten sitzen sehr kompakt um einen dicken dreieckigen Kühlkörper. Drumherum sind im Wesentlichen das Mainboard und zwei Grafikkarten arrangiert. Ein einziger großer Lüfter führt die entstehende Wärme nach oben ab.

Der neue Mac Pro ist rund und zylinderförmig gestaltet. Er nimmt nur einen Bruchteil des Volumens seiner Vorgänger ein.

Mit dem neuen Mac Pro führt Apple erstmals Thunderbolt 2.0 ein, das die beiden getrennten bidirektionalen 10-Gigabit-Kanäle für Daten und Display zu einem gemeinsamen 20-Gigabit-Kanal zusammenfasst. Die Gesamtübertragungsrate ändert sich so nicht, kann aber flexibler verteilt werden. Ohne Monitor in der Kette steht die doppelte Bandbreite für Daten bereit. Andererseits können dank DisplayPort 1.2 ein 4K-Display oder zwei 27-Zoll-Monitore mit 2560 × 1440 Pixeln (wie beim iMac 27") pro Thunderbolt-Kette angeschlossen werden. Die alten Thunderbolt-1.0-Geräte und Kabel lassen sich weiterverwenden. Zusammen mit dem beim Pro ebenfalls neuen USB 3.0 muss Thunderbolt nun die Erweiterung des Boliden schultern, da intern kaum mehr etwas eingebaut werden kann. Es gibt vier Anschlüsse für USB 3.0 und sechs für Thunderbolt, neben zwei für Ethernet und ein Mal HDMI sowie Audio.

Der kleine Große geizt nicht mit technischen Superlativen.

[Update:] Im Innern des glänzenden Boliden arbeiten bereits zwei Grafikkarten vom Typ AMD FirePro mit 384 Bit breitem Speicherbus, die eine Gesamtleistung von 7 Teraflops erzielen sollen. Jede von ihnen hat bis zu 6 GByte Bildspeicher. Bis zu drei 4K-Displays lassen sich so an einem Mac Pro anschließen. Vermutlich handelt es sich bei dem Maximalausbau um die ca. 3000 Euro teure FirePro W9000, die etwas niedriger getaktet einzeln auf 3,5 Teraflops kommt, einen 384 Bit breiten Speicherbus hat und maximal 6 GByte ECC-geschützten Bildspeicher. Statt Raum für zwei 5,25-Zoll-Laufwerke und vier 3,5-Zoll-Festplatten zu bieten, beschränkt sich der neue Mac Pro auf eine PCIe-SSD. Sie soll 1,25 Gigabyte pro Sekunde lesen und 1,0 Gigabyte pro Sekunde schreiben können (die Kapazität ist derzeit noch unklar). Jetzige Einzel-SSDs sind nicht mal halb so schnell. Der Mac Pro verfügt über das bis zu 1333 MBit/s schnelle 802.11ac-WLAN. PCIe-Steckplätze gibt es in dem kompakten Gehäuse ebensowenig wie außen Buchsen für FireWire 800. Für Letzteres sind Thunderbolt-Adapter erhältlich (29 Euro).

[Update:] Als Prozessor hat Apple sich für den Xeon E5 entschieden, vermutlich ein E5-1600 v2 oder ein E5-2600 v2 aus der Reihe Ivy Bridge-EP. Maximal 12 CPU-Kerne sind möglich. Als Arbeitsspeicher kommen ECC-Module mit 1866 MHz zum Einsatz und zwar an vier Kanälen.Mit dieser Taktfrequenz gibt es bisher RDIMMs mit maximal 16 GByte, sodass maximal 64 GByte Gesamtkapazität zu erwarten wäre. Pro Kanal ist nur ein Modul möglich. Werden die Load-Reduced-DIMMs (LRDIMM) auch mit 1866 MHz verfügbar (bisher nur 1600 MHz), wird sich die Kapazität verdoppeln, später vervierfachen auf dann 256 GByte. Zusammengebaut wird der Mac Pro in den USA, ausgeliefert voraussichtlich Ende des Jahres. Einen Preis nannte Apple noch nicht.

Das neue Design löst das "Käsereibe"-Gehäuse ab, das noch vom alten Power Mac G5 aus dem Jahre 2003 stammt und seither nicht grundlegend verändert wurde. Der letzte Mac Pro hatte im Juni 2012 zwar ein kleines Face-Lift erfahren, dabei aber noch kein Thunderbolt und kein USB 3.0 spendiert bekommen. (jes)