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Wegen Trump-Strafzöllen: Foxconn erwägt iPhone-Produktionsverlagerung

Apples wichtigster Fertiger sondiert die Herstellung in Vietnam. Für Produkte aus dem Land werden zwar auch US-Importgebühren fällig, aber weniger als in China.

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Foxconn-Fabrik

Arbeiter bei Foxconn in Shenzhen, das neben Hongkong liegt.

(Bild: dpa, Ym Yik/Archiv)

Foxconn, den zentrale iPhone-Produzent, erwägt einen Umzug seiner Produktionsstätten. Das berichten staatliche Medien in Vietnam. Demnach könnte ein Teil der Fertigung von Apple-Produkten aus China an den Küstenstaat in Südostasien ziehen, um von US-Präsident Donald J. Trump erwogene Strafzölle auf chinesische Produkte zu umgehen. Zwar werden auch auf in Vietnam gefertigte Güter Importgebühren in die USA fällig, diese dürften aber unter den Sätzen bleiben, die im Handelsstreit mit China diskutiert werden.

Manager von Auftragsfertigern hatten sich laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters bereits positiv zu einem möglichen Umzug von Produktionsstätten von China nach Vietnam oder Thailand geäußert. Laut Meldungen aus Vietnam gibt es bereits Verhandlungen zwischen Foxconn und Vertretern der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. Einen offiziellen Kommentar der Foxconn Group, auch unter ihrem Unternehmensnamen Hon Hai Precision Industry bekannt, gibt es allerdings nicht – man spreche nicht über Kunden oder ihre Produkte, womit auch die Apple-Produktion gemeint ist.

Ob es realistisch ist, die Foxconn-Herstellung nach Vietnam oder Thailand zu verlagern, darüber streiten sich Supply-Chain-Experten. In beiden Ländern fehlen bislang die zahlreichen Zulieferbetriebe, die die iPhone-Produktion in China in ihren gigantischen Ausmaßen überhaupt erst erlauben. Dies gilt auch als Hauptgrund, warum Apple seine Herstellung nicht einfach – wie von Donald Trump gewünscht – in die USA verlagern kann. Apple hatte Anleger gewarnt, dass der Handelskonflikt zwischen den USA und China große Auswirkungen auf das Geschäft haben könnte. Der Konzern bereitet Ausweichpläne vor.

Apple stellt Jahr für Jahr 300 Millionen Geräte in China her. Fabriken von Foxconn in China haben teilweise über eine Million Beschäftigte. Der Auftragsfertiger ist sehr flexibel und passt die Produktion jeweils "just in time" an.

Foxconn ist für Apple auch in Brasilien tätig, wo der Konzern mit einer eigenen Fertigung die hohen Zölle umgehen will. Der Aufbau einer Produktion für ältere iPhone-Modelle hat dort Jahre gedauert, genauso wie der Start von Herstellungslinien in Indien. (bsc)