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Wettbewerbsbehörde untersagt australischen Banken den Apple-Boykott – vorerst

Die Banken wollen Apple im Verbund dazu bringen, das NFC-Modul des iPhones freizugeben und Apple Pay solange boykottieren. Die zuständige Behörde lehnte dies vorläufig ab, befasst sich aber weiter mit der Anfrage.

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(Bild: dpa, Monica Davey)

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Die Australian Competition & Consumer Commission (ACCC) hat den drei größten australischen Banken keine "vorläufige Bewilligung" für gemeinsame Verhandlungen mit Apple erteilt, wie die Behörde am Freitag mitteilte. Die Banken hatten um Erlaubnis gebeten, im Verbund mit Apple über die Freigabe des NFC-Moduls für hauseigene Wallet-Apps zu verhandeln und dafür auch Apple Pay, den kontaktlosen Bezahldienst des US-Konzerns, zu boykottieren.

Aufgrund der “Komplexität der Angelegenheit” und der begrenzten Zeit, habe sich die Wettbewerbsbehörde dazu entschieden, die gewünschte “vorläufige Bewilligung” nicht zu erteilen. Die ACCC benötige mehr Zeit, “um andere betroffene Parteien, Branchenvertreter und Nutzer zu konsultieren”. Das Anliegen werde somit weiter geprüft, betonte die Behörde, eine vorläufige Entscheidung soll voraussichtlich im Oktober fallen.

Apple kritisierte das Anliegen der Banken gegenüber der Wettbewerbsbehörde scharf: Die Banken wollen die “komplette Kontrolle über ihre Kunden” bewahren und “Apples Eintritt in den australischen Markt dämpfen”. Nur eine australische Bank unterstützt bislang Apple Pay. Ein Boykott durch die drei größten australischen Banken mache es unmöglich, den hauseigenen Bezahldienst Apple Pay in "sinnvoller Weise" anzubieten, schrieb der iPhone-Konzern.

In dem Antwortschreiben führt Apple auch Sicherheit als einen Grund dafür auf, dass die NFC-Antenne des iPhones bislang nur für Apple Pay respektive Apple Wallet gedacht ist: Die “höchstmögliche Sicherheit” sei nämlich nur möglich, da Hardware, Software und Dienste in “tiefgreifend integrierter Form entwickelt” wurden.

Die Öffnung des NFC-Chips im iPhone für Dritt-Entwickler wünschen nicht nur die australischen Banken: Die Schweizer Stiftung für Konsumentenschutz hat die Freigabe der Funktechnik beim Start von Apple Pay in der Schweiz ebenfalls gefordert: Die Begrenzung auf Apple Pay sei “Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung", schrieben die Verbraucherschützer in einer Beschwerde an die lokale Wettbewerbskommission. (lbe)