Wettbewerbsvorwürfe: Apple bringt "Immer erlauben" für Standortzugriff zurück

Datenschutzfunktionen in iOS 13 sollen Missbrauch von Standortdaten einschränken, können aber Apps beeinträchtigen. Nun rudert Apple zurück.

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(Bild: chainarong06/Shutterstock.com)

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Apple will den strikteren Standortzugriff von iOS 13 in Reaktion auf Wettbewerbsvorwürfe und Entwicklerbeschwerden lockern. Man werde es in einer zukünftigen iOS-Version wieder ermöglichen, dass Apps gleich bei der Ersteinrichtung den dauerhaften Standortzugriff ("Immer erlauben") erbitten können, teilte Apple in einer Stellungnahme im Zusammenhang mit einer laufenden US-Kartelluntersuchung mit.

iOS 13 erinnert regelmäßig daran, wenn Apps im Hintergrund den Standort abfragen können – und zeigt die Abrufe auf einer Karte.

Man arbeite derzeit "mit daran interessierten Entwicklern" zusammen, diese Funktionalität wiederherzustellen, so der iPhone-Konzern. Der Schlüsselfinder-Hersteller Tile hat in einer Anhörung des Justizausschuss des US-Repräsentantenhauses am vergangenen Freitag auf Apples "wettbewerbswidrige Praktiken" hingewiesen.

Apps von Drittentwicklern seien durch die restriktiveren Ortungsdienste von iOS 13 in ihrer Funktion eingeschränkt, hieß es – während die Begrenzungen für Apples eigene, teils konkurrierende Dienste nicht gelten.

Mit iOS 13 können Apps die Freigabe der Ortungsdienste nur noch einmalig oder für eine aktive Nutzung der App erbitten. Um ständig auf den Aufenthaltsort zugreifen zu können, muss die App später erneut nachfragen und der Nutzer dann ein zweites Mal zustimmen – darauf dürften viele nun verzichten. Das Betriebssystem liefert zudem regelmäßig Erinnerungen, die die Standortzugriffe von Apps anschaulich auf einer Kartenansicht einblenden und es erlauben, den dauerhaften Zugriff sofort zu entziehen.

Die Neuerung sollte den wachsenden Missbrauch von Standortdaten begrenzen und scheint auch zu wirken: Anbieter standortbasierter Werbung klagen darüber, dass sie seit der Veröffentlichung von iOS 13 erheblich weniger Standortdaten von iPhone-Nutzern erhalten. Apples Änderung kann aber dazu führen, dass Funktionen legitimer Apps lahmgelegt werden, wenn Nutzer den dafür erforderlichen dauerhaften Standortzugriff nicht mehr erteilen – weil sie etwa durch den Dialog verunsichert werden, diesen nicht verstehen oder sich über die Konsequenz der getroffenen Einstellung nicht im Klaren sind.

Apple betonte in seiner Stellungnahme, kein Geschäftsmodell mit Standortdaten zu betreiben und dass Nutzer den Ortszugriff durch Dienste wie "iPhone suchen" auch erst freigeben müssen. Man wolle sowohl die Privatsphäre der Nutzer schützen als auch Entwicklern die besten Tools für ihre Apps geben, so Apple – hier sei man auf Feedback angewiesen.

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(lbe)