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Zur CES: Apple geht in die Smart-Home-Offensive

Das HomeKit-Produktangebot wächst: Künftig sollen sich per iPhone und Siri auch Video-Türklingeln, Fernseher und die Dusche ansteuern lassen.

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Netatmo Video-Türklingel

Sehen wer vor der Tür steht: Die WLAN-Türklingel überträgt das Kamerabild aufs Smartphone – und dient als Gegensprechanlage.

(Bild: dpa, Alexander Heinl)

Apple nutzt die große Elektronikmesse CES, um für das hauseigene Smart-Home-Protokoll HomeKit zu trommeln – ohne selbst als Aussteller präsent zu sein. Wegen strenger Auflagen ist Apples HomeKit-Ökosystem bislang nur vergleichsweise langsam gewachsen, dies soll sich aber ändern: Seit dem vergangenen Sommer erlaubt Apple eine Software-Authentifizierung, um Firmen die HomeKit-Integration zu erleichtern.

Ein von Apple vorgegebener Chip muss nicht mehr verbaut werden, dies dürfte mit dafür gesorgt haben, dass jetzt viele neue HomeKit-taugliche Geräte auf den Markt kommen sollen.

Welche Geräte sich künftig per Siri steuern lassen

In einem Vorab-Briefing für US-Journalisten hat der iPhone-Hersteller eine Reihe von Partnerfirmen präsentiert, die Heimvernetzungsprodukte mit HomeKit-Anbindung einführen wollen, wie Techcrunch berichtet. Zu diesen Ankündigungen gehört eine WLAN-fähige Türklingel mit integrierter Kamera sowie Mikrofon – das erste derartige Produkt mit HomeKit-Unterstützung.

Wird geklingelt, soll die "Intelligente Videotürklingel" von Netatmo einen Videoanruf mit dem Smartphone des Besitzers auslösen. Die Klingel dient zusätzlich als Überwachungskamera des Eingangsbereichs, wie der Hersteller verspricht – der Hausbesitzer könne so unerwünschte Personen vor seiner Haustür ansprechen und dadurch vertreiben. Durch die HomeKit-Integration lässt sich die Klingel-Kamera über Apples Home-App sowie das Sprachassistenzsystem Siri ansteuern – und wohl auch über Siri-Shortcuts automatisieren. Die Klingel soll in der zweiten Jahreshälfte 2019 für 250 Euro in den Handel kommen.

Weitere neue Smart-Home-Produkte mit HomeKit-Anbindung sind die Türschlosser Premis von Kwikset und Avia von Roto, ein neuer Lichtschalter aus Belkins Wemo-Reihe und Wandsteckdosen von ConnectSense – diese Produkte sind vorerst mitunter nur für den US-Markt gedacht und müssen für eine Einführung auf dem europäischen Markt erst angepasst werden.

Die Steckdosenleiste Eve Energy Strip bietet Verbrauchsmessung und HomeKit-Support.

(Bild: Eve Systems.)

Auch die WLAN-Lichtkacheln Nanoleaf Canvas lassen sich künftig über Apple-Geräte und Siri ansteuern.

Eve Systems hat außerdem neue Details zu der HomeKit-Steckdosenleiste Eve Energy Strip bekanntgegeben, sie kommt im März für 119 Euro in den Handel und bietet drei Steckplätze mit Verbrauchsmessung.

Fernseher mit Siri-Anbindung – und eine Dusche

Mit Sony, LG und Vizio integrieren erstmals auch große Fernsehhersteller neben Apples AirPlay-Technik auch HomeKit, um so die Integration und Automatisierung des Fernsehers im vernetzten Zuhause zu ermöglichen – sowie die Sprachsteuerung über Siri und Fernbedienung vom iPhone aus. Samsung unterstützt ebenfalls AirPlay in bestimmten TV-Modellen, scheint aber auf die HomeKit-Einbindung zu verzichten.

Dusche mit Hand anschalten zu kompliziert? Es soll auch per App und Stimme gehen.

(Bild: Moen)

Auch andere Hersteller wollen verstärkt Sprachassistenten integrieren: So sollen sich Duschsysteme des US-Herstellers Moen künftig auch per Siri ansteuern lassen, um das Wasser zu starten und eine bestimmte Temperatur einzustellen.

Die Siri-Unterstützung wurde von Moen allerdings bereits im vergangenen Januar versprochen, dann jedoch nicht umgesetzt. Derzeit lässt sich die Dusche nur über Amazons Alexa ansprechen – und eine App des Herstellers.

HomeKit-Hardware benötigt Zertifizierung durch Apple

HomeKit-Hardware muss aber weiterhin einen Apple-Zertifizierungsprozess durchlaufen, der mitunter langwierig ausfallen kann, wie es in der Branche heißt. Abstriche bei der Sicherheit soll es durch die Software-Authentifzierung nicht geben: Apple verspricht, jegliche Kommunikation zwischen den Geräten erfolge ebenfalls mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. (lbe)