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Zwei von drei Major-Labels angeblich bei Apples "iRadio"

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Apple hat laut US-Medienberichten eine wichtige Hürde für sein geplantes Internet-Radio genommen, über das seit Monaten spekuliert wird. Als zweiter der drei großen Musik-Konzerne habe Warner Music eine Lizenz für seine Songs erteilt, berichteten am Montag übereinstimmend die New York Times, das Wall Street Journal und der IT-Nachrichtendienst CNET. Der neue Dienst, der in der Gerüchteküche unter dem Namen "iRadio" läuft, soll nach bisherigen Informationen kostenlos und werbefinanziert sein. Der Nutzer werde zwar bestimmte Musikrichtungen, aber nicht einzelne Songs auswählen können.

Apple arbeite nun unter Hochdruck daran, bis zum Start seiner Entwicklerkonferenz WWDC am 10. Juni die Lizenz-Verhandlungen abzuschließen, so die New York Times. Die Musik-Tochter von Sony mit Künstlern wie Alicia Keys, Pink oder in Deutschland Tim Bendzko verlange jedoch mehr Geld und die Positionen lägen noch weit auseinander, so das Wall Street Journal. Branchenführer Universal Music war als erster einen Deal mit Apple eingegangen. Der Konzern ist mit seiner Online-Plattform iTunes der weltgrößte Musik-Verkäufer und nimmt mit dem Verkauf von Downloads mehrere Milliarden Dollar pro Jahr ein, von denen der Großteil an die Musik-Konzerne fließt.

Apple habe den Musik-Konzernen zuletzt 12,5 US-Cent pro 100 abgespielte Songs statt der ursprünglich vorgeschlagenen 6 Cent angeboten, schrieb die Financial Times bereits Anfang Mai. Das sei so viel, wie das in den USA populäre Internet-Radio Pandora. Aber Warner und Sony hätten mit Blick auf das Milliarden-Vermögen und die Marktmacht von Apple mehr verlangt. Der Konzern hat nach jüngsten Angaben mehr als 500 Millionen Nutzer seiner Dienste. Ursprünglich habe Apple den Radio-Dienst bereits im vergangenen Herbst zur Markteinführung des iPhone 5 starten wollen. Doch schon damals hatte ein Sony-Manager in einem Interview mehr Geld gefordert.

Der Financial Times zufolge stellt Apple den Musik-Konzernen mehrere Erlösquellen in Aussicht: Zahlungen für abgespielte Songs, einen Beteiligung an den Werbeerlösen – sowie garantierte Mindestbeträge, falls bei diesen beiden Geschäftsmodellen zu wenig Geld zusammenkommt. Beim Deal mit Warner Music habe Apple dem Rechteverlag der Firma zehn Prozent des Werbeeinnahmen versprochen, doppelt so viel wie Pandora abgebe, schrieb nun das Wall Street Journal. Im Fall von Universal Music gebe es bisher auch noch keine Einigung mit der Verlagssparte, die Warner-Konditionen könnten aber auch da den Durchbruch bringen. (mit Material von dpa) / (bsc)