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iCloud: Apple versucht, auf eigene Rechenzentren umzuschwenken

Noch kauft Apple enorme Kapazitäten bei Amazon & Co. ein. Das soll sich jedoch baldmöglichst ändern, heißt es in einem Bericht.

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Eines von Apples Rechenzentren, hier in den USA.

(Bild: Apple)

Apple hat den Plan, die Daten seines zunehmend wichtiger werdenden Servicegeschäfts aus eigenen Rechenzentren auszuliefern, nicht aufgegeben – trotz Problemen beim Aufbau der iCloud-Infrastruktur. Quellen des Fachdienstes The Information zufolge versucht der iPhone-Konzern aktuell, die Abhängigkeit von Lieferanten wie Amazon (Amazon Web Services, AWS) und Microsoft (Azure) zu reduzieren. Von diesen Unternehmen kauft Apple derzeit große Mengen an Serverplatz und Cloud-Connectivity, um App Store, iTunes-Angebot, Apple Music und die anderen Online-Dienste zu betreiben.

In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass Apple einer der besten AWS-Kunden sein soll. Das Unternehmen gibt angeblich Monat für Monat einen zweistelligen Millionenbetrag aus und werde diesen sogar noch erhöhen, so der Börsensender CNBC. The Information widerspricht dieser Meldung nun: Apple sei dabei die Ausgaben zu reduzieren und verstärkt auf eigene Rechenzentren zu setzen.

Apple wird angeblich bis zu 370 Millionen US-Dollar für AWS ausgegeben haben. Allerdings war dieser Wert 2017 deutlich höher, so Quellen von The Information: 775 Millionen. Entsprechend hätte Apple 50 Prozent der Kosten eingespart. Das Unternehmen versuche gerade "aggressiv", iCloud-Dienste auf eigene Server umzustellen. Einer der Gründe soll auch sein, dass Apple der Infrastruktur der Lieferanten nicht recht traut. So sollen bereits Infos von bei Google gehosteten iCloud-Accounts aufgrund technischer Probleme verloren gegangen sein. Dabei handelte es sich um Fotos und andere Daten.

Apples Problem bei der Strategie, die intern den Namen "Project McQueen" haben soll: Das Unternehmen kommt beim Aufbau eigener Rechenzentren nur sehr langsam voran. Zuletzt gab es Berichte, wonach der Bau eines großen Data Center in Dänemark stockt; ein Projekt in Irland war im letzten Jahr an Anwohnerprotesten gescheitert. In anderen Regionen wie den USA scheint die Herstellung der iCloud-Infrastruktur aber schneller zu gehen; Apple hatte in seinem Heimatmarkt zudem Milliardeninvestitionen angekündigt. (bsc)