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iCloud: Verschlüsselung soll Datenweitergabe künftig verhindern

Apple arbeitet einem Bericht zufolge daran, die Verschlüsselung der iCloud-Dienste zu erweitern. Dadurch soll es unmöglich werden, Nutzerdaten an Dritte – etwa Strafverfolger – herauszugeben.

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In iCloud hinterlegte Nutzerdaten sollen künftig für Apple selbst nicht mehr zugänglich sein. Der Konzern arbeitet daran, die Verschlüsselung des Cloud-Dienstes zu erweitern, wie das Wall Street Journal unter Berufung auf informierte Personen berichtet. Dies würde es für externe wie interne Angreifer unmöglich machen, die Daten zu entschlüsseln. Auch auf Anfrage von Strafverfolgungsbehörden könnte der iPhone-Hersteller diese dann nicht mehr herausgeben.

Es sei allerdings schwierig, die erweiterte Verschlüsselung umzusetzen, ohne den Dienst komplexer und weniger nutzerfreundlich zu machen. Zudem könne Apple dann nicht mehr weiterhelfen, wenn ein Nutzer beispielsweise ein Passwort vergisst und dadurch nicht mehr auf sein Backup zugreifen kann. In diesem Fall wären die in iCloud gespeicherten Daten, darunter etwa auch Fotos und Notizen, verloren.

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Bislang übermittelt Apple auf einen richterlichen Beschluss hin die Daten, darunter auch iCloud-Backups, an Ermittler. Die Daten liegen derzeit zwar verschlüsselt auf den Servern des Unternehmens sowie bei Amazon S3 und Microsoft Azure – Apple hat aber einen Schlüssel.

Einen ähnlichen Schritt hat Apple mit iOS 8 bereits lokal für iOS-Geräte vollzogen: Ohne Kenntnis des Nutzer-Passcodes lassen sich die Daten nicht mehr entschlüsseln. Entsprechend bietet der iPhone-Hersteller auch keine “Datenextraktion” für Strafverfolger mehr an. Aus diesem Grund versucht die US-Bundespolizei FBI und das US-Justizministerium aktuell, Apple dazu zu zwingen, die eigenen Sicherheitsmaßnahmen rund um die Code-Sperre mit einer speziellen Software auszuhebeln.

Seitdem der öffentliche Streit zwischen Apple und dem FBI ausgebrochen ist, besteht die Vermutung, dass Apple die Verschlüsselung seiner Dienste deutlich ausbauen will. Bestimmte iCloud-Dienste wie iMessage, FaceTime und der iCloud-Schlüsselbund setzen bereits auf eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, um den Zugriff durch Dritte unmöglich zu machen. Allerdings landen etwa iMessage-Nachrichten im iCloud-Backup.

In dem Streit geht es um den Anschlags im kalifornischen San Bernardino. Die Strafverfolger wollen Zugriff auf das iPhone des Attentäters. Die Daten aus dem iCloud-Account von Farook hat Apple bereits ausgehändigt, allerdings entstand das letzte Backup im Oktober – Wochen vor dem Anschlag Anfang Dezember. Warum das iPhone in diesem Zeitraum keine automatische Datensicherung mehr bei iCloud angelegt hat, bleibt unklar. (lbe)