iOS 10.2 bringt SOS-Funktion aufs iPhone

Wiederholtes Drücken der iPhone-Standby-Taste setzt künftig einen Notruf ab – und informiert auf Wunsch Notfallkontakte. Das Update umfasst die neue TV-App und soll lokale Backups besser absichern.

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Notruf SMS in iOS 10.2
Von
  • Leo Becker

Mit iOS 10.2 kommt die von der Apple Watch bekannte Funktion “Notruf SOS” auf das iPhone, wie Entwickler mit Zugriff auf die zweite Beta des Betriebssystems berichten. Im Unterschied zur Apple Watch wird der Notruf nicht durch längeres Gedrückthalten der Seitentaste ausgelöst, sondern durch fünfmaliges Drücken der Standby-Taste in schneller Folge. Bevor die Notrufzentrale kontaktiert wird, zeigt das iPhone einen Countdown und spielt ein lautstarkes Warnsignal ab.

Ebenso wie in watchOS können Nutzer in der Health-App Notfallkontakte hinterlegen, die iOS über den getätigten Notruf informiert – und an die zudem der aktuelle Aufenthaltsort übermittelt wird. In der Liste der von “Notruf SOS” unterstützten Länder tauchen Deutschland, Österreich und die Schweiz derzeit nicht auf, wie Entwickler erklären. Apple nennt neben USA und Großbritannien aber auch eine Reihe europäischer Länder wie Italien, Frankreich sowie Spanien und merkt an, dass der Notruf möglicherweise auch in anderen Ländern funktioniert. Ebenso wie bei der Apple Watch lässt sich die Funktion auch abschalten.

Mit iOS 10.2 hält außerdem die neue TV-App auf iPhone und iPad Einzug, die Apple Ende Oktober angekündigt hat. Sie soll offenbar die bestehende, vorinstallierte Videos-App ersetzen – zumindest in unterstützen Ländern. Vorerst ist “TV” nur für die USA angekündigt. Die TV-App umfasst die Videobibliothek des Nutzers und zeigt, welche TV-Episoden als nächstes anstehen. Zudem empfiehlt sie TV-Serien und Spielfilme – auch aus Apps von Dritt-Anbietern wie HBO.

TV für Apple TV (5 Bilder)

Apples neue App zum Fernsehen heißt einfach "TV".

Das Update sichert außerdem lokale, verschlüsselte iTunes-Backups besser ab, wie der Software-Hersteller iMazing berichtet: Die nur vorübergehend durchgeführte Verschlüsselung der kompletten Backup-Datenbank (mitsamt der Metadaten) sei nun wieder implementiert, zudem erfordere die Validierung des Passwortes zusätzliche Ressourcen und soll so Brute-Force-Angriffe erheblich erschweren. Mit iOS 10.0 hatte Apple die Metadaten lokaler iTunes-Backups bereits verschlüsselt, aber durch einen Fehler den Schutz der Backup-Verschlüsselung erheblich geschwächt – mit iOS 10.1 wurde diese Schwachstelle beseitigt, zugleich aber auch die Verschlüsselung der Metadaten vorübergehend gestrichen.

iOS 10.2 umfasst außerdem viele neue Emojis sowie Funktionsverbesserungen bei der Kamera- und Musik-App: Letztere erlaubt wieder, Lieder mit bis zu fünf Sternen zu bewerten und rückt den bislang versteckten Button für die Zufallswiedergabe ins Blickfeld. Der Erscheinungstermin von iOS 10.2 dürfte im Dezember liegen. Neben der neuen iOS-Beta hat Apple auch frische Vorabversionen von watchOS 3.1.1 und tvOS 10.1 für Entwickler zum Download freigegeben. (lbe)