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iOS 10 ist da: Apple öffnet das Betriebssystem von iPhone und iPad

Apple hat die finale Fassung von iOS 10 zum Download freigegeben. Das Update bringt eine lange Liste an Neuerungen und gibt iMessage, Maps, Siri sowie weitere bislang verschlossene Systemfunktionen für Apps und Dienste frei.

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(Bild: dpa, Monica Davey)

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iOS 10 steht bereit: Das Betriebssystem-Update lässt sich nun in den iOS-Einstellungen im Abschnitt Allgemein unter "Softwareaktualisierung" herunterladen, wenn iPhone, iPad oder iPod touch zu den unterstützten Geräten gehören. Alternativ besteht weiterhin die Möglichkeit, iOS 10 verkabelt mit der Desktop-Version von iTunes einzuspielen. Ein iTunes-Update mit iOS-10-Unterstützung hat Apple gerade erst veröffentlicht.

Apple bezeichnet iOS 10 als das "bislang größte iOS-Update". Es bringt zahlreiche Neuerungen und öffnet iMessage für Dritt-Entwickler, die nun Apps wie Sticker für den Messaging-Dienst anbieten können – der in die Nachrichten-App integrierte App Store für iMessage ist bereits eröffnet. Die Nachrichten-App hat außerdem viele neue Funktionen zur Gestaltung von Konversationen erhalten, darunter die von der Apple Watch bekannten Digital-Touch-Funktionen, die unter anderem das Versenden kleiner Zeichnungen ermöglichen. Ähnlich wie bei Snapchat besteht die Option, Fotos und Videos zu annotieren.

Nutzer können mit iOS 10 außerdem erstmals Dritt-Apps und Dienste mit dem Sprachassistenzsystem Siri steuern und auf einen Sprachbefehl hin etwa ein Taxi rufen, eine WhatsApp-Nachricht verschicken und Geld überweisen. Erste Apps haben bereits Unterstützung angekündigt, vorerst bleibt Siri aber auf bestimmte App-Kategorien mit spezifischen Aktionen beschränkt. Die neu gestaltete Karten-App zu Apple Maps schlägt in iOS 10 mögliche Ziel vor, darunter auch den Ort des Meetings. Zudem merkt sich die App, wo das Auto abgestellt wurde. Dritt-Entwickler können ihre Dienste erstmals direkt in Apple Maps integrieren, etwa zur Reservierung eines Tisches.

Auf dem Lockscreen sind jetzt schon Widgets und Benachrichtigungen präsent, die auch Fotos, Videos und App-Elemente mit Reaktionsmöglichkeite enthalten können – und damit das Entsperren und Öffnen einer App teils überflüssig machen. Die klassische – und durch den Fingerabruckscanner Touch ID weitestgehend überflüssige – Wischgeste zum Entsperren gibt es nicht mehr, stattdessen muss man jetzt den Home-Button drücken.

iOS 10 öffnet auch die Telefoniefunktionen des iPhones für Entwickler: Erstmals erhalten VoIP-Apps wie etwa WhatsApp oder Skype die Option, Anrufe genauso prominent zu signalisieren wie eingehende Mobilfunktelefonate – also mit Display-ausfüllenden Bild des Anrufers statt nur mit einer kleinen Push-Benachrichtigung. Siri liest auf Wunsch den Namen des Anrufers vor.

Apples Fotos-App erkennt Gesichter sowie Objekte und Szenen, etwa “Seeufer” oder “Weinflasche”. Die Erfassung von Bildinhalten erfolgt laut Apple ausschließlich lokal auf dem iPhone. Eine neue Andenken-Funktion erstellt automatisch Ereignisse zu Personen oder beispielsweise einer Reise – mitsamt kleinem und musikalisch unterlegtem Film, der sich anpassen lässt.

Die integrierte QuickType-Tastatur soll nun intelligenter Vorschläge liefern und dabei auch den Kontext berücksichtigen. Zudem präsentiert sie passende Emoji. Zu den weiteren Verbesserungen gehört die Möglichkeit, Notizen gemeinsam zu bearbeiten, eine Konversationsansicht für E-Mails sowie Bearbeitungsfunktionen für Live-Fotos. Auf dem iPad können Nutzer endlich die geteilte Ansicht dafür nutzen, um zwei Webseiten mit Safari nebeneinander darzustellen. Der Wecker erinnert auf Wunsch auch an eine festgelegte Schlafenszeit.

Mit iOS 10 möchte Apple weitere Nutzerdaten sammeln, darunter Tastatureingaben zur Verbesserung der QuickType-Vorschläge. Durch “Differential Privacy” seien Rückschlüsse auf einen einzelnen Nutzer unmöglich, verspricht der iPhone-Hersteller. Das Unternehmen will außerdem gerne die Aktivitätsdaten auswerten, dies erfordert ebenso die Zustimmung des Nutzers.

Neu ist außerdem eine vorinstallierte Home-App zur herstellerübergreifenden Steuerung von HomeKit-kompatiblen Heimvernetzungsgeräten. Erstmals lassen sich Apples System-Apps außerdem verstecken, wenn auch nicht löschen.

Nutzer sollten vor der Installation prüfen, ob ihr iCloud-Backup aktuell ist. Alternativ lässt sich die Sicherung aller Daten mit iTunes erstellen. Wird das iTunes-Backup verschlüsselt, umfasst es alle Zugangsdaten, die dann nach einer Wiederherstellung nicht erneut umständlich einzugeben sind. Das verschlüsselte Backup überträgt die Account-Daten – im Unterschied zu einem iCloud-Backup – auch auf ein neues iPhone oder iPad.

Einen ausführlichen Artikel zu den Neuerungen von iOS 10 lesen Sie in Mac & i-Heft 4/2016.

Siri-Apps in iOS 10 (10 Bilder)

Uber und MyTaxi unterstützen Siri. Die Kartenansicht zeigt den Standort des Taxis.

(lbe)