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iOS 10 soll ungewolltes Werbe-Tracking unterbinden

Apple übermittelt künftig keine richtige ID mehr an Entwickler und Werbenetzwerke, wenn der Nutzer das Ad-Tracking in den Einstellungen untersagt hat.

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iOS 10 schiebt dem App-übergreifenden Tracking durch Werbeanbieter den Riegel vor: Wählen Nutzer die Option "Kein Ad-Tracking", dann übermittelt das für Herbst angesetzte iPhone- und iPad-Betriebssystem nur noch Nullen an Entwickler wie Werbenetzwerke, wie aus der aktualisierten Entwicklerdokumentation des Konzerns hervorgeht.

Bis hin zu Version 9 sendet iOS noch die sogenannte Ad-ID ("Advertising Identifier") sowie einen zusätzlichen Hinweis, wenn der Nutzer "kein Ad-Tracking" wünscht – ähnlich wie die Do-not-Track-Funktion in Browsern. Apple hat App-Anbietern zwar vertraglich untersagt, die Ad-ID dann weiterhin für gezielte oder interessenbasierte Werbung zu verwenden, doch offenbar hält sich längst nicht jeder Anbieter daran. Dies dürfte einer der Gründe dafür sein, dass iOS 10 das Problem nun technisch angeht und schlicht keine sinnvolle ID mehr übermittelt, sobald "Kein Ad-Tracking" aktiviert wurde.

Die Ad-ID dient gewissermaßen als Cookie-Ersatz für Apps. Sie erlaubt das Nachverfolgen eines einzelnen Gerätes respektive Nutzers über Apps und längere Zeiträume hinweg. In den iOS-Einstellungen besteht im Menü "Datenschutz" unter "Werbung" jederzeit die Möglichkeit, die Ad-ID zurückzusetzen. Der Advertising Identifier darf rein für Werbezwecke eingesetzt werden.

Der Advertising Identifier hat erst mit iOS 6 die "UDID" abgelöst, eine eindeutige und unveränderbare ID jedes iOS-Gerätes, die ein umfassendes Tracking von einzelnen Geräten ermöglichte. Den Zugriff auf die UDID untersagt Apple generell seit 2013.

iOS 10 führt außerdem erstmals die Zielgruppen-Infos auf, die Apple für Werbeeinblendungen im Rahmen des iAd-Nachfolgers "Apple Ads" im App Store sowie in Apple News verwendet. Um bestimmte Nutzergruppen "aus mindestens 5000 Personen" zu erstellen, greift der Konzern dafür unter anderem auf Accountinformationen und das Download-Verhalten in iTunes wie App Store zurück. Die Aktivierung von "Kein Ad-Tracking" soll interessenbasierte Banner auch in Apples Apps unterbinden.

Mit iOS 10 können Werbenetzwerke außerdem nicht mehr unbemerkt auf die Musikbibliothek eines Nutzers zugreifen. Die meist einzigartige Musiksammlung erlaubt bislang nämlich ebenfalls ein Tracking auf Geräteebene und damit über Apps hinweg. (lbe)