Menü
Update
Mac & i

iOS 11.4 schickt Nachrichten in iCloud: Fragen und Antworten

"Nachrichten in iCloud" soll den geräteübergreifenden Einsatz von Apples Krypto-Messenger verbessern und lokal Speicherplatz freiräumen. Doch wie wird die Funktion aktiviert und wie steht es um die Verschlüsselung? Mac & i gibt Antworten.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 8 Beiträge
iMessage und SMS

Apples Nachrichten-App beinhaltet iMessage- und SMS-Nachrichten – alle Unterhaltungen kann man nun über iCloud abgleichen.

(Bild: Apple)

Mit iOS 11.4 hat Apple einen wichtigen neuen iCloud-Dienst eingeführt, der den Inhalt der Nachrichten-App – sprich iMessage- und Textnachrichten – zwischen den Geräten des Nutzers synchronisiert. Damit sollen sämtliche Konversationen in vollem Umfang überall zur Verfügung stehen und so etwa auch problemlos auf einem neu aufgesetzten iPhone oder iPad landen.

Ist "Nachrichten in iCloud" automatisch an?

Neu in den iCloud-Einstellungen: Der Schalter für Nachrichten aktiviert den Sync-Dienst.

Nein, die Funktion ist standardmäßig nicht aktiv und sie wird – im Unterschied zu iCloud-Fotomediathek – auch nicht beim Starten der Nachrichten-App angeboten. Um sie anzuschalten, muss der Nutzer die iCloud-Einstellungen (ganz oben) öffnen und dort den in iOS 11.4 neuen Schalter für "Nachrichten" umlegen.

Warum taucht kein Eintrag für "Nachrichten" nicht in den iCloud-Einstellungen bei mir auf?

Dieses Problem scheint bei manchen Nutzern aufzutreten, möglicherweise liegt es daran, dass die für iCloud verwendete Apple-ID nicht durch Apples Zwei-Faktor-Authentifizierung geschützt ist.

Gibt es Voraussetzungen für die Nutzung von "Nachrichten in iCloud"?

Ja, neben iOS 11.4 und einem iCloud-Account muss Apples Zwei-Faktor-Authentifizierung aktiv sein.

Kann ich iMessage jetzt auch im Browser auf anderen Plattformen nutzen?

Nein, über iCloud.com kann nicht auf die Nachrichten zugegriffen werden.

Meine iMessages landen bereits auf iPhone und iPad, welche Vorteile hat "Nachrichten in iCloud"?

Die Synchronisierung sollte zuverlässiger funktionieren und stets alle Konversationen abgleichen – auch nachdem eines der Geräte beispielsweise für mehrere Tage offline war. Durch die Auslagerung in iCloud wird zudem der lokale Speicherplatzbedarf erheblich reduziert, auf einem iPhone der Mac & i-Redaktion wurden so beispielsweise mehrere GByte frei. Alle Konversationen sind weiterhin verfügbar, bei Bedarf werden alte Inhalte nachgeladen.

Verschwinden Nachrichten nun überall, wenn ich sie auf einem Gerät lösche?

Sie verschwinden auf allen anderen eigenen iPhones und iPads aus dem Gesprächsverlauf, die den selben iCloud-Account verwenden. Dies bezieht sich wohlgemerkt nur auf die eigenen Geräte, bereits verschickte Nachrichten lassen sich so also nicht etwa zurückziehen – der Empfänger hat diese weiterhin in seinem Nachrichtenverlauf.

Bislang fehlt noch ein Update für die Nachrichten-App auf dem Mac, dies könnte in Form von macOS 10.13.5 in Kürze folgen. Die Apple Watch scheint bislang nicht berücksichtigt, auch dort bleiben die auf einem anderen Gerät gelöschten Nachrichten erhalten.

Verbraucht das nicht große Mengen an mobilem Datenvolumen?

Der erste Abgleich nach der Installation von iOS 11.4 und Aktivierung der Funktion erfordert je nach iMessage-Datenbank eine Übertragung größerer Datenmengen – dies sollte aber eigentlich nur erfolgen, wenn das iOS-Gerät am Strom hängt und mit einem WLAN verbunden ist.

Einzelne Nutzer berichten, dass der Erstabgleich ungefragt über das Mobilfunknetz durchgeführt wurde und entsprechend Datenvolumen gefressen hat. Deshalb sollten Sie sicherstellen, dass das iPhone bei der Aktivierung von “Nachrichten in iCloud” bereits mit einem stabilen und schnellen WLAN verbunden ist.

Apple will Nutzer dadurch doch sicher dazu bringen, Geld für iCloud-Speicherplatz auszugeben?

Die mickrigen 5 GByte an iCloud-Speicherplatz, die Apple bislang einräumt, dürften bei vielen iMessage-Nutzern in der Tat schnell aufgebraucht sein. Allerdings belegt die Nachrichten-App auch jetzt schon iCloud-Speicherplatz, schließlich sind alle Konversationen automatisch Teil des iCloud-Backups.

Wer also schon platzfressende Backups in iCloud anlegt, dürfte durch die Aktivierung von "Nachrichten auf iCloud" keinen zusätzlichen Speicherplatz auf Apples Servern benötigen, sie sollen bei aktiver Sync-Funktion nämlich nicht länger Teil des Backups sein. Ebenso verfährt Apple bei der iCloud-Fotomediathek: Ist diese aktiviert, werden Fotos aus dem iCloud-Backup ausgeklammert.

Ist iMessage denn nach der Auslagerung in iCloud weiterhin Ende-zu-Ende-verschlüsselt?

Auch Nachrichten in iCloud setzt laut Apple auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Ja, das verspricht zumindest Apple. Alle einem iCloud-Account zugeordneten Geräte können Schlüssel generieren und untereinander teilen, auf die Apple keinen Zugriff habe, wie der Softwarechef des Konzerns im vergangenen Jahr erklärte.

Auf diese Weise sei eine Speicherung in der Cloud möglich, ohne dass Apple die Inhalte entschlüsseln könne. Weitere Details zu der verwendeten Technik hat der iPhone-Hersteller bislang noch nicht veröffentlicht.

Nachrichten in iCloud könnte iMessage unterm Strich sogar sicherer machen: Bislang können Strafverfolger nämlich über das iCloud-Backup auf gesicherte Konversationen zugreifen – für die Datensicherung besitzt Apple nämlich den Schlüssel und alle Nachrichten sind – wie bereits erwähnt – automatisch im iCloud-Backup enthalten, dies lässt sich nicht einzeln ausschalten. Da durch "Nachrichten in iCloud" die per iMessage geführten Unterhaltungen aber nicht länger im iCloud-Backup landen, sollte dieses Schlupfloch geschlossen sein.

[Update 31.05.2018 12:20 Uhr] Zwar scheint "Nachrichten in iCloud" ein Schlupfloch zu schließen, öffnet dafür aber ein anderes: Der Schlüssel zu den Nachrichten steckt im iCloud-Backup, wie inzwischen bekannt wurde, dies soll Nutzern auch bei Verlust sämtlicher Geräte eine Wiederherstellung der iMessages ermöglichen, so Apple. (lbe)