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iOS 11: Ikea will Möbelkauf mit Apples Augmented-Reality-Plattform vereinfachen

Die Augmented-Reality-Schnittstelle von Apple soll demnächst beim Einkaufen im Billig-Möbelhaus helfen. Eine erste App befindet sich in internen Tests.

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iOS 11: Ikea kündigt Einsatz von ARKit an

Ikea prüft AR-Apps schon länger – mit Apples Hilfe sollen sie nun realistischer werden.

(Bild: Ikea)

Ikea hat sich als Pilotkunde für Apples in iOS 11 eingebaute Augmented-Reality-SDK ARKit in Position gebracht. Der schwedische Möbelhauskonzern plant laut Angaben des zuständigen "Digital Transformation Manager" Michael Valdsgaard die "erste App für erweiterte Realität, mit der man verlässliche Kaufentscheidungen treffen" könne. Bei der Einführung neuer Produkte sollten diese als erstes in der AR-App bereitstehen.

In der Praxis heißt das, dass Kunden beispielsweise ihr Wohnzimmer abfilmen können, um dann die neue Ikea-Coach realistisch und in passender Farbe eingblendet zu erhalten. Die Positionierung der Produkte soll laut Valdsgaard "auf den Millimeter genau" erfolgen, sagte er dem schwedischen Portal Digital. Dabei seien Größen und Lichtverhältnisse "vollständig korrekt". Die erste Ikea-ARKit-App soll mit 500 bis 600 Produkten starten und ist derzeit in internen Tests.

Mit Augmented Reality experimentiert Ikea schon seit längerem und hat auch bereits entsprechende Apps entwickelt. Apples ARKit soll nun aber genauer und realistischer sein. Der Billigmöbelanbieter hat gegenüber der Konkurrenz den Vorteil, dass bereits große Teile des Katalogs in digitaler Form vorliegen – das Unternehmen erstellt standardmäßig 3D-Modelle, die sich dann in ARKit importieren lassen.

Apple-Chef Tim Cook hatte die Gespräche mit Ikea kürzlich in einem Interview bestätigt. "Es geht darum, die ganze Kauferfahrung zu verändern." Man könnte mit ARKit Mäbel und andere Objekte frei im Raum platzieren. Für den Apple-Chef sind Anwendungen wie die bei Ikea aber erst der Anfang. ARKit betreffe Enterprise-Anwender genauso wie Endkunden. "Es gibt nicht viele Sachen, bei denen das so ist."

Die neue Ikea-App mit ARKit-Unterstützung soll zusammen mit iOS 11 ab Herbst verfügbar sein. Ob dann direkt auch via Augmented Reality eingekauft werden kann, ist noch unklar. Das sei aber der Anspruch, so Manager Valdsgaard. Ikea hat laut eigenen Angaben in Älmhult ein Innovationsteam mit 150 Angestellten, von denen sich 20 allein mit 3D-Modeling beschäftigten. ARKit interessiert Ikea auch wegen der möglichen Größe der Plattform – die könnte mit dem Update auf iOS 11 bei mehreren Hundert Millionen Nutzern liegen, hofft Apple (bsc)