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iOS 13 und macOS 10.15: Viel Kritik an Apples Betaphase

Selten waren Apples Vorabversionen instabiler als in diesem Jahr, meinen Entwickler. Besonders viel Ärger gab es mit iCloud – aber nicht nur dort.

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Sieht nett aus, war aber lange nicht stabil: iOS 13.

(Bild: Apple)

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Bekannte Developer haben scharfe Kritik an Apples diesjähriger Betaphase von iOS und macOS geübt. So bezeichnete Craig Hockenberry, Entwicklerveteran und Gründer von Iconfactory ("Twitterrific"), den Vorabversionen-Zyklus 2019 als "Clusterfuck" – insbesondere im Hinblick auf neue Funktionen bei iCloud, die in den Betas von iOS 13 und macOS 10.15 alias Catalina stecken.

Seit mehreren Jahren führt Apple bei iOS, macOS & Co. öffentliche Betaphasen durch, nachdem lange Zeit nur registrierte Entwickler an die Vorabversionen kamen. Wer in diesem Jahr bei den Public Betas von iOS 13 und macOS 10.15 mitgemacht hat, musste sich jedoch auf zum Teil deutliche Schwierigkeiten einstellen: Die von Apple bereitgestellten Betriebssysteme erwiesen sich als erstaunlich klapprig. Hockenberry meinte, die Monate seit der Entwicklerkonferenz WWDC im Juni seien eine "schreckliche Erfahrung sowohl für Kunden als auch Entwickler" gewesen, die sich an der Testphase beteiligt hätten.

Typischerweise rät Apple seinen Nutzern, Vorabversionen nur auf Geräten zu installieren, die sich nicht im Produktivbetrieb befinden. Allerdings halten sich nicht alle User daran. In diesem Jahr führte der Konzern zudem verschiedene – eigentlich praktische – Neuerungen beim Dateihandling in iCloud ein, die allerdings derart instabil waren, dass sie zu Datenverlusten führen konnten. Da viele User ihre reguläre Apple-ID für Betatests verwenden, passierte es, dass somit persönliche Dateien betroffen waren.

Hockenberry berichtet, dass User komplette Ordner verloren hätten oder diese nach dem Betatest fehlerhafte Dateien enthielten. Auch Apples Prozess, die Files wieder herzustellen, sei wenig hilfreich gewesen. "Kunden, die nur merkwürdige Ordner-Duplikate hatten, waren noch die Glücklichen." Iconfactory blockierte daraufhin Anwendungen, die unter iOS 13 gestartet wurden, schlicht. Wer unbedingt testen wollte, bekam eigene Testflight-Builds, die eine strenge Warnung enthielten.

Apple selbst hat die iCloud-Probleme mittlerweile indirekt eingeräumt und Neuerungen zurückgezogen – sowohl in iOS 13 als auch in macOS 10.15. Die neuen Features, darunter die Möglichkeit, iCloud-Ordner mit anderen Usern zu teilen und Files stets lokal vorzuhalten, sind verschwunden. Laut Hockenberry gab es selbst in der sechsten Beta von iOS 13 noch Probleme mit iCloud.

Weitere Schwierigkeiten der Betas betrafen einen Bug in iOS 13, der unvermittelt Passwörter freigab, macOS 10.15 konnte iTunes-Bibliotheken "fressen" und diverse Apps liefen aufgrund interner Änderungen unter iOS 13 und macOS 10.15 schlicht nicht mehr. iOS 13 und macOS 10.15 werden im Herbst erwartet – iOS 13 vermutlich noch in diesem Monat, macOS 10.15 im Oktober. (bsc)