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iOS 6 bringt 200 Neuerungen auf iPhone, iPad & Co.

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iOS 6 verbessert Siri, die Karten-App und kommt mit einigen Neuerungen.

(Bild: Apple)

Apple hat auf der WWDC 2012 Version 6 von iOS vorgestellt, die nach Angabe des Unternehmens mit 200 Neuerungen aufwartet. Siri wurde kräftig aufgebohrt und spricht nun zahlreiche weitere Sprachen, darunter Italienisch, Koreanisch und Mandarin (Taiwan). Die Sprachassistentin kann nun auch Fragen zu Sportthemen und Kinofilmen beantworten und kennt dabei Details zu einzelnen Sportlern, Schauspielern und Regisseuren. Zudem führt Siri geeignete Restaurants in der Umgebung samt Nutzernoten auf und nimmt gleich Tischreservierungen entgegen – Apple arbeitet hier mit Yelp und Open Table zusammen. Auf dem iOS-Gerät installierte Apps lassen sich nun erstmals direkt über Siri starten.

Scott Forstall zeigt die 3D-Ansicht der neuen Karten-App

Wie erwartet, hat Apple die Karten-App in iOS weitgehend überarbeitet, die nun auf eigenes Vektor-basiertes Kartenmaterial statt auf Google Maps zurückgreift. Eine neue "Flyover" genannte Funktion hält 3D-Ansichten verschiedener Städte bereit. Die Maps-App bietet nun Turn-by-Turn-Navigation mit Sprachansagen von Siri an und zeigt auch Live-Verkehrsinformationen – entsprechende Daten zu Verkehrsaufkommen und Fahrzeiten steuern iOS-Nutzer seit längerem automatisch bei der Nutzung von ortsbasierten Apps bei. Für die lokale Unternehmenssuche setzt Apple ebenso wie bei Siri auf die Datenbank von Yelp.

Tweets und Facebook-Status-Updates kann der Nutzer nun wahlweise diktieren. Inwieweit diese neuen und auch einige ältere Funktionen wie die Unterstützung von Wolfram Alpha in anderen Sprachen und außerhalb der USA funktionieren, ist noch unklar. Besitzer des iPad 3 können sich auf komplette Siri-Unterstützung freuen, bislang war diese dem iPhone 4S vorbehalten.

Brachte iOS 5 eine tiefe Twitter-Integration, folgt in iOS 6 die von Facebook. Meldungen von Freunden schlagen im Mitteilungscenter auf und man kann aus den Stores für Apps, Filme und Musik heraus Meldungen auf Facebook veröffentlichen. Auch neue Apps werden das erlauben, eine neue API steht dafür bereit. Facebook-Kontakte erscheinen auf Wunsch im Adressbuch, Ereignisse aus dem sozialen Netzwerk im Kalender. Die Facebook-Integration wird neben der seit iOS 5 bekannten Twitter-Unterstützung auch ein Bestandteil von OS X 10.8 Mountain Lion sein.

Damit die Anwender von so viel Interaktionsmöglichkeiten und Kommunikationskanälen nicht mehr um den Schlaf gebracht werden, ist in den Systemeinstellungen ein neuer "Bitte nicht stören"-Schieberegler eingebaut. Ist er aktiviert, dringt kein Laut und kein Licht aus dem Telefon. Es sei denn, man hat "Wiederholte Anrufe" aktiviert, die iOS nach erneutem Anrufen dann doch durchlässt – es könnte ja etwas Wichtiges sein.

Wer während einer Besprechung nicht von Anrufen gestört werden will, kann dies dem Anrufer geräuschlos mit einer Kurzmeldung wie "bin gerade beschäftigt" deutlich machen. Alternativ hinterlegt man eine Erinnerung für den Rückruf. Videotelefonie über Facetime funkioniert nicht mehr nur über WLAN, sondern auch über UMTS. Da Mobilnummer und Apple-ID für FaceTime und iMessage nun als ein Account genutzt werden können, kommen an die iPhone-Nummer gerichtete Nachrichten künftig auch auf iPad und Mac an.

Die neue Safari-App synchronisiert die Tabs mit der iCloud, sodass diese zwischen Mac und iOS-Device synchron sind. Falls Websites dies unterstützen, kann der Apple-Browser nun Fotos hochladen; außerdem unterstützt er einen Vollbildmodus im Querformat.

Die in der Wolke gespeicherten Bilder, die Apple über Fotostream synchronisiert, lassen sich künftig erstmals für andere freigeben – "Shared Photo Streams" nennt Apple das. Dazu braucht man nur die Fotos und die gewünschten Empfänger auszuwählen. Die Bilder erscheinen dann direkt als Album auf anderen iOS-Geräten oder in iPhoto oder Aperture auf dem Mac. Kommentare zu diesen Fotos sind möglich.

Die Mail-App kommt nun mit mehreren Signaturen klar, Bilder und Videos lassen sich beim Schreiben einer Mail leichter einfügen. Interessant ist die neue VIP-Funktion, die vorsieht, dass Nachrichten bestimmter Absender in einem Extra-Postfach im Maileingang erscheinen – eine Funktion, die ebenfalls Bestandteil von OS X 10.8 ist.

Passbook sammelt Coupons und Bordkarten

Eine neue App mit dem Namen Passbook will Bordkarten, Coupons oder Tickets des Nutzers zentral verwalten. Die App zeigt diese unter Umständen nach Zeit oder Ort auch automatisch auf dem Lockscreen des iPhones an, sodass sie sich etwa beim Eintritt scannen lassen – inwiefern diese Funktionen auch in Deutschland unterstützt werden, ist noch unklar. Veranstalter müssen ihre Karten oder Coupons dafür in einem spezifischen Format bereitstellen.

Die Bedienungshilfen für Menschen mit Behinderungen wurden erweitert. Auf einfache Weise lassen sich nun Bereiche der App-Oberfläche wie in einem Malprogramm markieren, die für die Benutzung gesperrt sind. Das können beispielsweise Steuerelemente sein, deren Funktion man deaktivieren möchte.

Geht das iPhone verloren, erhöht der neue "Lost-Mode" möglicherweise die Chance, es wieder zu bekommen. Man sendet damit über iCloud eine Nummer an das verlorene Smartphone inklusive passendem Hinweis – im Idealfall meldet sich darüber ein ehrlicher Finder. Das iOS-Gerät merkt sich in diesem Modus außerdem, wo es gewesen ist.

iOS 6 erscheint im Herbst und läuft auf iPhone 4S, iPhone 4, iPhone 3GS, dem iPod touch der vierten Generation sowie dem iPad 2 und dem iPad der dritten Generation. Das erste iPad wird offenbar nicht mehr unterstützt. Registrierte iOS-Developer können eine erste Betaversion bereits herunterladen, sie trägt die Buildnummer 10A5316k. Apple stellt für Entwickler außerdem eine Xcode 4.5 Developer Preview, eine neue Apple-TV-Software-Beta für die zweite und dritte Generation der Multimediabox sowie neue Betaversionen von "Find My iPhone" und "Find My Friends" für iOS bereit. (thk) / (lbe)