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iOS 9: Siri wird schlauer, Multi-App-Modus für das iPad

Apple hat Verbesserungen am Unterbau von iOS angekündigt, die auch die Akkulaufzeit verlängern. Das System soll intelligenter werden und kontextbasierte Assistenz liefern. Das iPad kann künftig zwei Apps nebeneinander zeigen.

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(Bild: Apple)

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Apple baut die Funktionen von Siri und die Suche in iOS 9 deutlich aus, wie Apples Software-Chef Craig Federighi auf der Keynote der Entwicklerkonferenz WWDC angekündigt hat. Das Sprachassistenzsystem soll deutlich mehr Fragen beantworten können als bisher und beispielsweise auch Fotos und Videos durchsuchen – nach Ort, Datum oder Albumtitel. Zudem will Apple eine Programmierschnittstelle anbieten, mit der Entwickler Siri Zugriff auf bestimmte Inhalte in ihren Apps geben können.

iOS-Geräte unterbreiten dem Nutzer mit iOS 9 außerdem kontextbasierte Vorschläge – beispielsweise eine Wiedergabeliste beim Einstecken von Kopfhörern oder die morgens üblicherweise verwendeten Apps. Im Unterschied zu Google Now verwendet Apples Assistenzsystem lokale Informationen wie den Standort, die Uhrzeit oder gerade aktive Apps. Federighi betonte, dass dafür keine Cloud-Informationen ausgewertet werden und Datenschutz an erster Stelle stehe.

[Update 20:00 Uhr] Die System-Suche Spotlight integriert weitere Datenquellen, darunter auch iCloud Drive, Videodienste wie Netflix, YouTube und Vimeo, Wettervorhersagen und Sportergebnisse.

Apples Kartendienst liefert künftig Informationen zu öffentlichen Nahverkehrsmitteln: Zu den ersten unterstützten Städten gehört auch Berlin, neben London, New York, San Francisco und weiteren Orten. Die Routenplanung berücksichtigt dabei auch verschiedene Transportmittel.

"Passbook" wird mit iOS 9 zu "Wallet", erklärte Apple: Die vorinstallierte App soll dann für Apple Pay auch Kundenkarten und Bonusprogrammkarten von Geschäften verwalten. Der mobile Bezahldienst wird bald in Großbritannien starten – weitere Länder künftigte das Unternehmen allerdings nicht an.

Die iOS-Notizen-App wird erweitert, um nun Fotos, handschriftliche Skizzen und abhakbare Listen einzubinden. Inhalte lassen sich direkt aus anderen Apps wie beispielsweise Safari hinzufügen.

Mit News bringt iOS 9 eine eigene vorinstallierte Magazin-App, die Zeitschriftenartikel, Blogbeiträge, Videos und andere Inhalte bereitstellt – und interessenbasierte Vorschläge unterbreiten soll. Nutzer können verschiedene Quellen auswählen und die jeweiligen Inhalte beziehen. Auch hier betonte Apples Software-Chef erneut den Datenschutz-Aspekt: Das Leseverhalten werde nicht mit anderen Diensten des Konzerns verknüpft und auch nicht mit Dritten geteilt. "News" wird zuerst in USA, Großbritannien und Australien verfügbar sein. Ob die App den bisherigen Zeitungskiosk ablöst und eine Bezahlschnittstelle für Inhalte bietet, bleibt vorerst unklar.

[Update 20:25 Uhr] Mit iOS 9 verspricht Apple auch Verbesserungen bei der Tastatur: Eine zusätzliche Leiste hält Funktionen wie Kopieren und Einfügen griffbereit. Bei der Verwendung einer externen Bluetooth-Tastatur lässt sich über ein neues Kürzel künftig schnell zwischen Apps wechseln.

Apple hat außerdem die Multitasking-Funktion zum Wechsel zwischen iOS-Apps renoviert. Auf dem iPad gibt es mit iOS 9 drei Modi: "Slide Over" erlaubt, die Ansicht einer zweiten App von der Seite hereinzuwischen. Eine Bild-in-Bild-Funktion ermöglicht, die Videowiedergabe in einem kleinen Fenster fortzusetzen – während eine andere App verwendet wird. Beide Ansichten unterstützt Apple ab dem iPad Air sowie dem iPad mini 2.

Slide Over erlaubt zum Beispiel, eine Twitter-Nachricht zu beantworten ohne die gerade genutzte App verlassen zu müssen

(Bild: Apple)

Die neue "Split View" bleibt jedoch dem iPad Air 2 vorbehalten: Sie zeigt zwei Apps nebeneinander wahlweise in der Aufteilung 50:50 oder 70:30. Dabei lassen sich Inhalte von einer App in die andere ziehen – und der Nutzer kann die Apps jeweils wechseln.

[Update 20:40 Uhr] iOS 9 erscheint in finaler Fassung wie üblich im Herbst, eine Beta für Entwickler soll noch am Montagabend zur Verfügung stehen. Interessierte Nutzer können iOS 9 als "öffentliche Beta" ab Juli beziehen. Das Update soll verschiedene Verbesserungen am Fundament von iOS liefern – für höhere Leistung, Sicherheit und Akkulaufzeit. Das iPhone 6 halte mit iOS 9 rund eine Stunde länger durch, verspricht Apple.

Die nächste Version des Mobilbetriebssystems unterstützt alle Geräte, auf denen iOS 8 läuft – Mindestvoraussetzung bleibt also ein iPhone 4s, ein iPad 2, ein iPad mini der ersten Generation oder der iPod touch der fünften Generation.

[Update 23:00 Uhr] Ab iOS 9 setzt Apple auf Geräten mit Touch-ID-Fingerabdruckerkennung auf einen sechs- statt vierstelligen PIN-Code – dies erhöhe die möglichen Kombinationen von 10.000 auf 1 Million und mache den Passcode entsprechend schwerer zu knacken, so Apple. (lbe)