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iOS 9 steht zum Download bereit

Apple hat die finale Fassung von iOS 9.0 veröffentlicht. Das Update unterstützt selbst mehrere Jahre alte iPhones sowie iPads. Neben vielen neuen Funktionen hat sich das Unternehmen besonders auf den Unterbau konzentriert.

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Apple iPhone

(Bild: Apple)

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Das Update auf iOS 9 steht nun über die in iOS integrierte Softwareaktualisierung zum Download bereit. Alternativ lässt es sich weiterhin mit iTunes herunterladen und über eine Kabelverbindung einspielen, dabei wird das iOS-Gerät zugleich mit Strom versorgt. Um das Update direkt zu installieren, muss der Akku mindestens zu 50 Prozent gefüllt sein.

Apple klammert diesmal keinerlei ältere Hardware aus. Die neue Version des Betriebssystems läuft auf allen iPhone-, iPad- und iPod-touch-Modellen, die bereits iOS 8 unterstützen. Dies schließt auch vier Jahre alte Geräte wie das iPhone 4s und das iPad 2 ein.

Zur Installation benötigt iOS 9 erheblich weniger Platz als noch iOS 8: Statt knapp 5 GByte zu erfordern und damit viele Nutzer vom Update abzuschrecken, braucht die neue Version knapp 1,3 GByte. Bei der verkabelten Installation mit iTunes dürfte freier Speicherplatz im dreistelligen MByte-Bereich genügen. Die Download-Größe des Updates variiert je nach Modell. Wie üblich empfiehlt sich, vor dem Update die Aktualität des iCloud-Backups zu prüfen und sicherheitshalber vor der Installation von iOS 9 ein lokales (verschlüsseltes) Backup mit iTunes anzulegen.

Der sparsamere Installationsprozess ist nicht die einzige Optimierung, die Apple vorgenommen hat: Apps nehmen künftig ebenfalls weniger Platz in Anspruch, indem der App Store nur noch die für das jeweilige Gerät benötigten Programmbestandteile ausliefert. iOS 9 soll insgesamt effizienter arbeiten und dadurch den Stromverbrauch senken, Apple verspricht rund eine zusätzliche Stunde an Akkulaufzeit. Optional sorgt ein neuer Batteriesparmodus für weitere Einsparungen, er deaktiviert verschiedene Funktionen wie beispielsweise die Hintergrundaktualisierung von Apps. Durch verstärkte Nutzung der 3D-Schnittstelle Metal sollen Apps schneller und flüssiger werden.

Die in den jüngsten iOS-Versionen schrittweise eingeführten Assistenzfunktionen hat Apple mit iOS 9 weiter ausgebaut und in den Vordergrund gestellt: Das System erinnert den Nutzer beispielsweise an den pünktlichen Aufbruch zum nächsten Termin und berücksichtigt dafür auch die aktuelle Verkehrslage. Beim Einstöpseln von Kopfhörern oder der Bluetooth-Verbindungsaufname mit dem Auto bietet das System die zuletzt genutzte Audio-App an, um beispielsweise einen Podcast weiterzuhören.

Neue Funktionen in iOS 9 (9 Bilder)

App-Umschalter

Der App-Switcher hat eine neue Bedienoberfläche erhalten, Handoff-Aktivitäten sind am unteren Rand zu sehen

Zudem forscht iOS 9 in den E-Mails des Nutzers nach Terminen und Adressdaten. Die Funktionen werden nur lokal durchgeführt, betont Apple. Sie lassen sich zudem in den Einstellungen abschalten. Die systemweite Suche berücksichtigt jetzt auch Inhalte in Apps von Dritt-Entwicklern, wenn diese die Funktion unterstützen. Zudem unterbreitet Siri Vorschläge zu möglicherweise benötigten Apps und wichtigen Kontakten.

Für das iPad bricht mit iOS 9 ein neues Kapitel an: Die "Split View" ermöglicht erstmals den Parallelbetrieb von zwei Apps, allerdings nur auf jüngster Hardware wie dem iPad Air 2, iPad mini 4 und dem iPad Pro. Um schnell etwas nachzusehen, können Nutzer vom rechten Seitenrand aus die kompakte Ansicht einer zweiten App hereinwischen, die Haupt-App ist dabei zwar noch im Hintergrund zu sehen, aber inaktiv. Die "Slide Over" genannte Funktion steht auch auf etwas älteren Modellen wie der ersten iPad-Air-Generation zur Verfügung.

Die Bild-in-Bild-Ansicht packt Videos in ein kleines Fenster, um diese in einer anderen App weiter anzusehen. Entwickler müssen ihre Software für die neuen Multitasking-Funktionen anpassen, sonst stehen sie in diesem Modus nicht zur Verfügung.

Mit einer externen Tastatur ist es auf dem iPad endlich möglich, schnell zwischen Apps zu wechseln – wie auf dem Mac mit cmd + Tab – und sich die Tastenkürzel von Apps einblenden zu lassen. Die virtuelle Tastatur dient zugleich als Trackpad, wenn man zwei Finger auflegt. Auf diese Weise lässt sich sowohl der Cursor genauer platzieren als auch Text auswählen. Die Funktion bleibt jedoch dem iPad vorbehalten. Nur iPhone 6s und iPhone 6s Plus unterstützen sie ebenfalls, ältere iPhones aber nicht.

Standard-Apps wie Mail, Safari und Kalender hat Apple um kleinere Funktionen ergänzt. Darunter finden sich wichtige Dinge wie die deutlich verbesserte Handhabung von E-Mail-Anhängen. Diese lassen sich nun direkt in der Mail-App markieren oder mit einer Unterschrift versehen und zurücksenden. Für Safari können Dritt-Entwickler erstmals Erweiterungen anbieten, die bestimmte Inhalte wie Cookies, Werbung oder die Darstellung von Bildern blockieren.

Die Notiz-App hat Apple völlig renoviert, bis hin zur Synchronisation. Der Abgleich zwischen Geräten erfolgt nun über iCloud statt IMAP, Nutzer können ihre bestehenden Notizen deshalb beim ersten Öffnen umziehen. Apples Kartendienst umfasst außerdem ÖPNV-Daten, dies reicht bis hin zu Detailinformationen zu Bahnhöfen und Haltestellen. In Deutschland ist die Abdeckung vorerst auf Berlin begrenzt. [Update 17.09.2015 13:30 Uhr] Berlin wird vorerst doch noch nicht unterstützt.[/Update]

Detail-Verbesserungen dürfen nicht fehlen: Eine Suchfunktion hilft beim Aufspüren von Systemeinstellungen. Ein neuer Zurück-Knopf, der automatisch in der linken oberen Ecke erscheint, ermöglicht den schnellen Wechsel zurück in die vorhergehende App. Das "Meine Freunde suchen"-Widget zeigt den Standort von Kontakten jetzt direkt in der Mitteilungszentrale an. Das Tippen auf eine Flugnummer – zum Beispiel in einer E-Mail – blendet Detailinformationen ein.

Bei schlechter oder gestörter WLAN-Verbindung greift iOS 9 automatisch auf das Mobilfunknetz zurück. Das kann in vielen Situationen praktisch sein, so bleibt das iPhone beim Sprung aus der Haustür nicht mehr datenlos im heimischen WLAN hängen. Nutzer sollten aber bedenken, dass sich dies auf den mobilen Datenverbrauch auswirkt, ein knappes monatliches Datenvolumen kann dadurch unerwartet schnell aufgebraucht sein. Der standardmäßig aktive "WLAN Assist" lässt sich in den Einstellungen unter “Mobiles Netz” ganz unten abschalten.

Auf Geräten mit Fingerabdrucksensor setzt iOS 9 auf eine sechs- statt vierstellige PIN, um die Zahl der möglichen Kombinationen deutlich zu erhöhen. Bei Aktualisierung von iOS 8 wird der alte vierstellige PIN-Code beibehalten, er lässt sich aber jederzeit in den Einstellungen unter “Touch ID & Code” in die um zwei Ziffern längere Variante ändern. iOS 9 legt zudem die Basis für eine überarbeitete und ausgebaute Zwei-Faktor-Authentifizierung. Gewöhnlich schließt Apple mit den System-Updates auch eine Reihe an Sicherheitslücken, Details dazu hat das Unternehmen aber noch nicht veröffentlicht.

Einen ausführlichen Artikel zu den Neuerungen von iOS 9 lesen Sie in Mac & i Heft 4/2015. Ein Praxisartikel zu den neuen Funktionen folgt in Heft 5/2015, das ab dem 1. Oktober am Kiosk zu finden sein wird.

[Update 16.09.2015 19:20 Uhr:] Mehre Nutzer berichten derzeit noch von Problemen beim direkten Beziehen des Updates, der Vorgang bricht mit der Fehlermeldung "Beim Laden von iOS 9 ist ein Fehler aufgetreten" ab. Der Download über iTunes scheint meist zu klappen.

[Update 17.09.15 09:28 Uhr:] Apple hat mittlerweile die vollständigen Release Notes zu iOS 9 veröffentlicht. (lbe)