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iOS-Entwickler: Apple bucht App-Großeinkauf nach 19 Monaten zurück

Ohne den Entwickler zu kontaktieren oder Details zu verraten, hat Apple einen App-Großeinkauf im Wert von mehreren Tausend Dollar plötzlich zurückerstattet – über anderthalb Jahre nach dem Verkauf der Software.

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(Bild: dpa, Jörg Carstensen)

Beim Verkauf von iOS-Apps an Bildungseinrichtungen und Firmen kann es zu unerwarteten Rückbuchungen kommen, wie der Entwickler Dave Howell berichtet: Im September 2014 habe ein Kunde aus dem Bildungsbereich 500 Stück seiner App Air Display 2 gekauft. Dieser Einkauf sei dann plötzlich Ende April 2016 von Apple zurückerstattet worden – ohne "Erklärung, Kontaktmöglichkeit oder den Namen des Käufers".

Howell mutmaßt, dass es sich bei dem Käufer um einen Schulbezirk handelt, der seine iPads nach einer Pilotphase wieder zurückgegeben hat. In diesem Zusammenhang könnte Apple auch die Rückbuchung der Einkäufe vorgenommen haben. iOS-Entwickler haben die Möglichkeit, Apps mit Mengenrabatt an Firmen und Bildungseinrichtungen zu verkaufen.

Wie groß der Schaden ausfällt, führt Howell nicht im Detail auf. Air Display für iOS kostet gewöhnlich 10 Dollar, der Wert des Großeinkaufs dürfte damit im Bereich mehrerer Tausend Dollar gelegen haben. Der iPhone-Hersteller habe den Betrag von seinem aktuellen App-Umsatz abgezogen. Apple behält sich bei Rückbuchungen zudem vor, die Provision in Höhe von 30 Prozent des Verkaufspreises einzubehalten. "Im Grunde genommen hat Apple sie meine App für zwei Schuljahre kostenlos nutzen lassen und mich noch nicht einmal um Erlaubnis gefragt", merkt der Entwickler an.

Ein weiterer Entwickler erklärt, das gleiche sei ihm auch passiert, Apple habe 900 verkaufte Apps nach 18 Monaten plötzlich zurückerstattet. Nur durch Zufall habe man den Kunden ausfindig gemacht und die Angelegenheit klären können. Der Konzern spricht in den Bedingungen für iOS-Entwickler nur von einer Rückgabefrist von 90 Tagen. Apple hat bislang nicht auf die Angelegenheit reagiert. Howell zeigt sich aber "hoffnungsvoll", dass es zu einer Klärung kommt.

Endnutzer können Apps ebenfalls reklamieren. In der EU ist dies inzwischen ohne Angabe von Gründen möglich, allerdings begrenzt Apple die Funktion: Nutzer, die mehrere Apps zurückgegeben haben, erhalten dann einen Hinweis beim Kauf, dass sie auf ihr Rückgaberecht verzichten – erst nach Bestätigung wird die App dann heruntergeladen. (lbe)