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iOS-Linkproblem: Apps in Verdacht

Nutzer klagen seit Tagen über Probleme beim Anklicken von URLs in Safari und Mail. Der Einfrier-Bug hängt offenbar damit zusammen, dass Apps zu viele Universal Links registrieren.

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iOS-Linkproblem: Apps in Verdacht

Der Browser Safari macht bei einigen Nutzern mächtig Ärger.

(Bild: Apple)

Ein nerviges Link-Problem, das seit kurzem viele iOS-9-Nutzer plagt, scheint nur teilweise am Betriebssystem selbst zu liegen. Davon gehen zumindest Entwickler und andere Softwareexperten aus. Demnach sind vor allem solche User betroffen, die bestimmte Apps verwenden, die eine übermäßig große Anzahl sogenannter Universal Links registrieren.

Das Fehlerbild ist schnell erklärt: Apples iOS-Browser Safari sowie die systemeigene Mail-App frieren beim Betätigen eines Links ein oder reagieren auf das Anklicken schlicht nicht. Begonnen hatte der Ärger um den Releasetermin von iOS 9.3 in der vergangenen Woche herum. Allerdings gibt es mittlerweile auch Berichte, dass frühere iOS-9-Versionen ebenfalls betroffen sind.

Zu den möglichen App-Auslösern des Problems scheinen die Anwendung des Reiseportals Booking.com, die offizielle Wikipedia-App sowie das iOS-Programm des Lieferdienstes Eat 24 zu zählen. Manche der Apps registrieren offenbar Tausende URL-Varianten, die Megabytes in Anspruch nehmen. Dies scheint wiederum dazu zu führen, dass der Universal-Links-Daemon abstürzt und sich auch nicht automatisch neustarten lässt.

Universal Links dienen dazu, dass man aus Safari oder anderen Browser-Ansichten heraus direkt eine andere App aufrufen kann. So führt etwa ein YouTube-Link in Safari direkt in die YouTube-App. Eine Möglichkeit, das Feature abzustellen, kennt iOS 9 derzeit nicht – obwohl es so manchen Nutzer nervt.

Bei der Fehlerbehebung kommt erschwerend hinzu, dass die Universal-Link-Datenbanken offenbar zwischengespeichert werden. So scheint es nicht auszureichen, eine der auslösenden Apps zu löschen und/oder neu zu installieren. Die Booking.com-App soll so zum Beispiel mittlerweile gefixt worden sein, doch das hilft Verwendern der Vorversion offenbar nicht.

Aktuell gibt es keinen zuverlässigen Weg, das Problem zu lösen – auch wenn im Netz komplexe Anleitungen kursieren. Momentan ist daher zu raten, schlicht auf einen Bugfix seitens Apple zu warten. Zudem kann man statt Safari einen alternativen Browser verwenden. So soll Googles Chrome das Problem nicht kennen. Apples App-Store-Abteilung ist Medienberichten zufolge dabei, Entwickler über das Thema Universal Links besser aufzuklären. (bsc)