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iPad und Co. sollen Pay-TV retten

Bezahlfernsehen scheint doch eine Zukunft in Deutschland zu haben. Nach vielen Jahren mit horrenden Verlusten hilft vor allem die Digitalisierung dem Pay-TV auf dem umkämpften deutschen Medienmarkt. Allerdings droht dem etablierten Anbieter Sky Konkurrenz aus dem Netz.

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Lange Jahre glaubte niemand mehr daran. Doch das Modell Pay-TV funktioniert allen Unkenrufen der vergangenen Jahrzehnte zum Trotz auch in Deutschland. Die Zahlen scheinen dem TV-Manager Brian Sullivan recht zu geben. Nicht nur die Abo-Werte wachsen seit Jahren kontinuierlich, es werden auch mehr Anbieter. Der deutsche Medienmarkt ist umkämpft, aber er ist eben auch ziemlich groß.

Dabei soll den Anbietern vor allem die Digitalisierung helfen: Das Internet und die neuen Empfangsgeräte, insbesondere iPad, iPhone und Android-Hardware. Die Anzahl der Nutzer, die Videos nicht mehr oder seltener auf dem Fernseher konsumiert, wächst kontinuierlich.

Der aktuelle Branchenprimus Sky Deutschland bekommt dabei zunehmend Konkurrenz. Der Start des Videoportals Netflix, im September geplant, ist auch ein Angriff auf den Bezahlsender. Altertümliche Vertriebswege über Kabel und Satellit kennt der Anbieter nicht mehr. Die Daten landen direkt per Internet auf Tablets, Computern, Smartphones oder TV-Geräten und Settopboxen mit passendem Client.

Sky-Chef Brian Sullivan gibt sich trotzdem tiefenentspannt, denn auch er weitet das Angebot an digital vertriebenen Inhalten aus. Auf Netflix freue er sich, sagt Sullivan. "Wir werden ihnen sagen: Willkommen in Deutschland, dies ist ein komplett anderer Markt als alle anderen, auf denen ihr schon aktiv seid." Netflix werde sich den gleichen Herausforderungen stellen müssen. Aber: der Start des Portals belege, wie attraktiv der deutsche Markt sei.

Sky-Go-App auf dem iPhone.

(Bild: Hersteller)

Dabei war für Bezahlangebote hierzulande lange nichts zu holen. Zwar müssen die Zuschauer auch für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk bezahlen, das Angebot ist aber üppig – und der Zahlung kann man nicht entgehen. Dazu kommen etliche private Sender, die frei empfangen werden können. Die Neigung, noch zusätzlich Geld fürs Fernsehen auszugeben war gering. Auch Sky, früher unter dem Namen Premiere ein Symbol für das Elend der Branche, schreibt unter dem Strich noch immer rote Zahlen, auch wenn die Geschäfte seit Jahren stetig besser laufen.

Vor allem aber war Pay-TV lange – wie normales Fernsehen – linear. Nach einem festen Programm wurden Filme, Shows oder Nachrichten hintereinander weggesendet. Das Internet und die Digitalisierung der Empfangsgeräte, Smartphone und Tablets haben das geändert und werden es voraussichtlich noch viel gründlicher verändern.

Sky Deutschland verdankt einen guten Teil der jüngsten Erfolge neuen Technologien. Filme auf Abruf, hochauflösende Bilder, 3D-Fernsehen, Apps für mobile Geräte – die Bandbreite des Angebots ist enorm gewachsen. Neben Bundesligarechten, schnittiger Werbung und einer umfassenden Qualitätsoffensive können Sky Deutschland und andere Anbieter inzwischen mehr liefern. "Pay-TV ist im Massenmarkt angekommen", schreiben die Landesmedienanstalten in ihrem Jahresbericht. (mit Material von dpa) / (bsc)