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iPhone 6: Berichte über Touchscreen-Probleme und Display-Ausfälle

Knapp zwei Jahre nach dem "Bendgate" kann es zu konstruktionsbedingten Spätfolgen bei der iPhone-Generation von 2014 kommen. Das große Plus-Modell ist besonders betroffen.

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Bei manchen iPhone 6 Plus und in selteneren Fällen auch iPhone 6 treten in letzter Zeit gehäuft Probleme auf, die eine Nutzung erschweren oder gar unmöglich machen können: Je nach Gerät reagiert etwa der Touchscreen nicht mehr auf Eingaben, zeigt eine flackernde graue Line am oberen Rand oder gar kein Bild. Das teilte der unabhängige Reparaturdienstleister Smartmod aus Frankfurt gegenüber Mac & i mit. Mehrere von uns befragte andere Werkstätten sowie das Reparaturportal iFixit bestätigten den Fehler. Er tritt wohl vornehmlich auf, wenn das Gehäuse verbogen ist.

Ein Display-Wechsel behebt das Problem nicht, die Ursache befindet sich auf der Hauptplatine: Anscheinend können sich beim Verbiegen die Lötverbindungen des Touchscreen-ICs lösen, wodurch der Bildschirm plötzlich ausfällt oder nicht mehr richtig reagiert.

Bei verbogenem Gehäuse können sich Lötverbindungen im iPhone 6/6 Plus lösen.

(Bild: Macrumors-Forum, User Hanzoh)

Sofern Apple den Fehler nicht im Rahmen von Garantie oder Gewährleistung behebt, tauscht der Hersteller die iPhones bei defekter Hauptplatine nur gegen einen Pauschalpreis von bis zu 351 € aus. Freie Werkstätten verlöten die betroffenen ICs entweder im so genannten Reball-Verfahren erneut oder ersetzen sie durch neue. Einige Anbieter begradigen zusätzlich das Gehäuse. Dafür berechnen sie je nach Verfahren und Aufwand zwischen 90 und 200 €. Nach einem solchen Eingriff repariert Apple selbst die iPhones in der Regel nicht mehr.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Gehäuseschäden auch andere Defekte verursachen können. Die Werkstätten vermuten hier allerdings einen grundlegenden Konstruktionsfehler. Kurz nach Verkaufsstart 2014 hatten sich Nutzer beschwert, dass sich ihre iPhones 6 und 6 Plus leicht verformt hatten, auch wenn die Geräte keinen besonderen Belastungen ausgesetzt, sondern lediglich in der Hosentasche transportiert worden waren. Apple hatte damals erklärt, dass das Problem nur selten auftrete.

Wie viele Geräte nun von dem Fehler betroffen sind, ob ganze Produktionschargen dazu gehören oder ob es sich möglicherweise gar um einen Serienfehler handelt, der bei jedem verbogenen Gerät auftreten kann, ist unklar. Die von Mac & i befragten Werkstätten gaben an, solche Reparaturanfragen zwischen drei Mal im Monat und fünf Mal pro Tag zu erhalten. Apple wollte auf Nachfrage keine Stellungnahme abgeben. (hze) / (Holger Zelder) / (jes)