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iPhone 6s: Siri-Lücke erlaubt Unberechtigten Zugriff auf Fotos und Kontakte

Mit Hilfe eines 3D-Touch-Tricks kann man die Sprachassistentin dazu verwenden, Daten von gesperrten Geräten auszulesen. Mit wenig Mühe lässt sich das aber verhindern.

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iPhone 6s

Der Angriff nutzt Twitter und die 3D-Touch-Funktion.

(Bild: Screenshot via AppleInsider)

Der Sicherheitsforscher Jose Rodriguez hat eine neuerliche Lockscreen-Lücke bei iOS-Geräten entdeckt. Betroffen sind diesmal iPhone 6s und 6s Plus mit 3D-Touch-Funktion und bei gesperrtem Gerät aktivierter Sprachassistentin Siri. Wie Rodriguez in einem Video demonstriert, ist es möglich, mit etwas Mühe auf Kontakte und Fotos zuzugreifen.

Dazu aktiviert man zunächst Siri mittels "Hey Siri" oder einem langen Druck auf den Home-Knopf. Anschließend sucht man per Sprache in Twitter nach Daten, die auch in Kontakten vorkommen, am einfachsten wäre dies eine E-Mail-Adresse.

Angriff auf ein iPhone 6s (Video: Jose Rodriguez).

Ist diese gefunden, erlaubt iOS, mittels 3D Touch ein Kontextmenü aufzurufen, über das man dann den "Kontakt" zu einem bereits existierenden hinzufügen kann. Es erscheint die Kontaktübersicht. Geht man hier nun in einen Kontakt, der noch über kein Bild verfügt, lässt sich ein solches aus der Fotobibliothek hinzufügen.

Damit der Trick funktioniert, müssen allerdings einige Voraussetzungen erfüllt sein. So muss Siri zunächst einmal vom Lockscreen erreicht werden können, was man über die Systemeinstellungen schnell abdrehen kann. Zudem muss die Sprachassistentin bereits Zugriff auf Twitter oder die Fotobibliothek haben, wozu beim ersten Mal entsprechende Berechtigungen (Permissions) abgefragt werden, die der Nutzer bestätigen muss (oder sie selbst konfiguriert).

In iOS 9.3.1 soll der Trick laut Rodriguez noch funktionieren. Apple plagen solche Lockscreen-Bugs, bei denen Angreifer eine Methode finden, die Gerätesperre zu umgehen, schon seit Jahren. Es ist davon auszugehen, dass Apple den Bug schnell behebt. Bis dahin sollte man die Permissions der Sprachassistentin Siri genau betrachten – oder sie im Lockscreen schlicht abdrehen. Letzteres bedeutet allerdings eine Komforteinbuße. (bsc)