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iPhone-Drosselung: Klagen gegen Apple werden zusammengeführt

Angeschlagene Akkus sorgten bei Apple-Smartphones zu einer Leistungsreduktion – was dem Konzern über 60 Rechtsstreitigkeiten allein in den USA einbrachte. Diese werden nun in Kalifornien kombiniert.

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Bei iPhones mit alten Akkus wurde die Spitzenleistung des Prozessors gedrosselt, ohne dass die Kunden zunächst davon wussten.

(Bild: dpa, Fernando Gutierrez-Juarez)

Die Klageflut gegen Apple wegen der iPhone-Leistungsdrosselung bei alten Batterien wird an einem Gericht in Kalifornien kanalisiert. Das geht aus einem Beschluss des "U.S. Judicial Panel on Multidistrict Litigation" (JPML) hervor, das für die Ordnung von Verfahren zuständig ist, die in mehreren US-Gerichtsbezirken eingereicht wurden. Wie MacRumors berichtet, wurden allein in den USA über 60 Klagen – darunter diverse Sammelklagen – gegen den iPhone-Produzenten in verschiedenen US-Bundesstaaten angestrengt. Diese sollen nun beim Northern District of California zusammengeführt werden, wo bereits mehr als die Hälfte der Rechtsstreitigkeiten anhängig sind.

In dem Beschluss des JPML heißt es, die Klagen beschäftigten sich allesamt mit dem von Apple in iOS integrierten Code, der die Leistung von älteren iPhones "signifikant" verlangsame. Die Kläger behaupteten außerdem, dass Apple den Inhalt der iOS-Updates falsch dargetellt und nicht ausreichend offen gelegt habe, welche Auswirkungen sie auf die Performance der iPhones der Nutzer hatten. Das Panel nimmt an, dass der Prozess "sehr technisch und komplex" ausfallen werde. Als zuständiger Richter wurde Edward J. Davila benannt. Das Verfahren kann sich über viele Monate – wenn nicht Jahre – ziehen.

Apple bringe Kunden “grundlos dazu, neue und teurere iPhones zu kaufen obwohl ein neuer Akku die weitere Verwendung der alten iPhones erlaubt”, heißt es in einer der Sammelklagen. Die Klagewelle begann bereits Ende 2017, als Apple mitgeteilt hatte, dass bestimmte iPhone-Modelle bei angeschlagenem Akku die Maximalleistung reduzieren. Dies wird laut dem Konzern durchgeführt, um plötzliche Abschaltungen zu verhindern. Die Funktion war bereits in iOS 10.2.1 integriert worden, wurde von Apple in ihren Auswirkungen aber zunächst nicht näher beschrieben. Herausgefunden hatten iOS-Hacker das Problem, die die Drosselung mit Benchmarks nachwiesen.

Mittlerweile hat der Konzern mit iOS 11.3 ein Betriebssystem veröffentlicht, das in den Systemeinstellungen offen anzeigt, ob eine Leistungsdrossel greift und wie es um den Akkuzustand bestellt ist. Zudem kann man die Drosselung auf Wunsch auch abdrehen, was dann jedoch zu unmotivierten Shutdowns des Geräts führen kann. Zudem bietet Apple noch bis Ende des Jahres einen verbilligten Akkuaustausch an. (bsc)