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iPhone-Entsperr-Tool: Apple plant wohl keine Klage auf Herausgabe

Apple will die Schwachstelle, die das FBI mit Hilfe einer Dritt-Firma zum Zugriff auf das iPhone eines Attentäters verwendet hat, offenbar nicht auf juristischem Wege in Erfahrung bringen. Die Lücke habe wohl nur eine "kurze Haltbarkeit".

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(Bild: dpa, Justin Lane)

Der iPhone-Hersteller plant nicht, die vom FBI für den Zugriff auf ein iPhone genutzte Schwachstelle auf dem Klageweg in Erfahrung zu bringen. Dies erklärten Apple-Anwälte in einem Hintergrundgespräch gegenüber US-Medien, wie ZDNet berichtet. Als Grund für die Inaktivität habe das Unternehmen angeführt, die Lücke habe sowieso nur eine “kurze Haltbarkeit” und würde wohl im Rahmen der normalen Software-Weiterentwicklung beseitigt. Zugleich betonte der Konzern, man kenne die in diesem Fall genutzte Schwachstelle aber nicht.

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Die US-Bundespolizei hat auf das iPhone 5c eines der Attentäter von San Bernardino mit einem Tool zugegriffen, das von nicht näher genannten Dritten stammt. Auf dem Gerät läuft eine bislang nicht öffentlich aufgeführte Version von iOS 9. Neuere iPhones wie das iPhone 5s oder iPhone 6 lassen sich mit diesem Tool nach Angabe des FBI-Chefs James Comey nicht entsperren. Ob man Apple die Schwachstelle mitteile, sei noch nicht entschieden, betonte Comey Ende vergangener Woche. Wenn wir diese weitergeben, wird sie beseitigt "und wir sind wieder zurück am Startpunkt", so der FBI-Chef.

Die Behörde hatte ursprünglich von Apple verlangt, eine Software zu entwickeln, die Schutzmechanismen rund um die Code-Sperre in iOS außer Kraft setzen soll, um einen Brute-Force-Angriff auf das per PIN gesicherte iPhone durchzuführen. Apple setzte sich juristisch zur Wehr, die Entwicklung eines derartigen Tools sei zu gefährlich, weil es in die falschen Hände geraten könne, argumentierte der Konzern.

Während das Verfahren um das iPhone des Attentäters von San Bernardino derzeit auf Eis liegt, laufen weitere juristische Auseinandersetzungen, in denen Justizministerium und Bundespolizei von Apple Hilfe beim Datenzugriff auf iPhones fordern. So soll der Konzern etwa beim Entsperren des iPhones eines Drogenhändlers assistieren, wie eine Richterin im US-Bundesstaat Massachusetts jüngst anordnete. (lbe)