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iPhone-Entwickler wirft das Handtuch

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Vergangenen Donnerstag erhielt Rob Rhyne, CEO der Softwareschmiede Martian Craft, ein weiteres Mal eine Ablehnung vom App-Store-Team. Nach einem Jahr voller Diskussion um seine Rapid-Prototyping-App "Briefs " gibt der iOS-Entwickler aus New York nun auf. Statt über den App Store können Interessierte die App weiterhin nur als Source Code von seiner Homepage herunterladen. Statt wie gehofft Designern und Auftraggebern eine einfache Möglichkeit zu bieten, Ideen zu präsentieren, bleibt die App nun Entwicklern vorbehalten. Nur sie können Briefs mit ihrem Zertifikat auf einem iOS-Gerät installieren.

Apple begründet die Ablehnung damit, dass das Programm ausführbaren Code nachlade, der das Verhalten der App verändere. Das ist im App Store nicht zugelassen und soll verhindern, dass Malware durch eine Hintertür an Apples Zugangskontrolle vorbei auf iOS-Geräte gelangt. Im Falle von Briefs aber besteht der nachladbare Anteil aus nicht-ausführbaren plist-Dateien – XML-Dateien, die das aktuelle Projekt beschreiben – und Bildern. Die Ablehnung stößt in Entwicklerkreisen deshalb auf heftige Kritik und Unverständnis.

Briefs ermöglicht dem Anwender, aus Interface-Bildern einen erlebbaren App-Prototypen zu gestalten. Die Bilder werden durch aktive Bereiche, sogenannte Aktoren, untereinander verknüpft. Berührt man einen von ihnen, wird ein neues Bild eingeblendet. So entsteht eine interaktive, nicht-lineare Präsentation, die es Programmieren und Designer leichter macht, ihren Entwurf vorzustellen. Hat man einen Prototypen beisammen, kann die Projektdatei über die Dateifreigaben in iTunes von einem iOS-Gerät zum nächsten wandern oder auf einer Webseite als Download zur Verfügung gestellt werden. (mst)