iPhone-Fertiger Foxconn: Drastische Maßnahmen gegen Coronavirus

Mit Kontroll- und Hygienemaßnahmen will der Auftragsfertiger sicherstellen, dass die Produktion läuft. Dazu sollen auch Coronavirus-Tests für Arbeiter gehören.

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(Bild: dpa, Weng Lei/Archiv)

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Foxconn hat offenbar strikte Vorgaben erlassen, um die Produktion wieder in vollem Umfang aufnehmen zu können. Der Auftragsfertiger wolle damit auch sicherstellen, dass der Zeitplan des für Herbst erwarteten nächsten iPhones nicht wackelt – die Produktion der Geräte startet gewöhnlich schon im Mai, Apple gilt als größter Kunde des Auftragsfertigers. Entsprechend gehen die Regeln einem Bericht zufolge über staatliche Vorgaben in China hinaus.

In Foxconns iPhone-Werken fallen die Maßnahmen angeblich besonders drastisch aus. In einem Foxconn-Werk in Zhengzhou sind die Arbeiter nach Angaben der örtlichen Behörden in jeweils zwanzigköpfige Teams eingeteilt worden, die Tag und Nacht gemeinsam verbringen müssen, um eine mögliche Infektion schnell orten und eindämmen zu können.

Diese feste Gruppe aus Angestellten soll zusammen "arbeiten, sich fortbewegen, essen und leben", um eine nahtlose Gesundheitskontrolle zu ermöglichen, wie die Washington Post berichtet. Nach Angabe eines Arbeiters erhält jeder Mitarbeiter zum Schichtbeginn eine Schutzmaske, zudem werde die Körpertemperatur erfasst. Infrarotkameras sollen zudem Temperaturauffälligkeiten der Belegschaft ermitteln, heißt es weiter. Foxconn wolle 2 Millionen Schutzmasken pro Tag für den eigenen Bedarf produzieren – der Konzern beschäftigt über 1 Million Arbeiter.

Die Tische in der Kantine des Werks wurden offenbar durch große, blickdichte Aufsteller unterteilt, sodass sich Arbeiter nicht mehr direkt sehen und miteinander reden können, sondern gewissermaßen in Einzelkabinen essen – diese Maßnahme scheint auf eine staatliche Vorgabe zurückzugehen. Zudem müssen die Foxconn-Mitarbeiter einen auf dem Tisch angebrachten QR-Code scannen, damit sich nachvollziehen lässt, wer in der Pause neben wem gesessen ist. In den Wohnbereichen müssten Arbeiter ihre Jacken und Taschen zudem an bestimmten Stellen zur Desinfektion zurücklassen.

Man setze alle empfohlenen Gesundheits- und Hygienevorschriften um, betonte Foxconn in einer Stellungnahme gegenüber der Zeitung. Das reiche hin bis zu Covid-19-Tests mit Nukleinsäure-Amplifikations-Technik (NAT) sowie dem Röntgen der Lunge. (lbe)