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iPhone-Hack des FBI: Veröffentlichung neuer Details gefordert

US-Medien versuchen in Erfahrung zu bringen, wie viel die amerikanische Bundespolizei für den Zugriff auf das iPhone des Attentäters von San Bernardino gezahlt hat. Ursprünglich sollte Apple zur Entsperrbeihilfe gezwungen werden.

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(Bild: dpa, Justin Lane/Illustration)

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Das FBI soll nach Ansicht mehrerer Medienunternehmen wichtige Details über die Entsperrung des iPhones preisgeben, das in Besitz des erschossenen Attentäters von San Bernardino war. Es gebe keine “taugliche Rechtfertigung” dafür, dass die amerikanische Bundespolizei unter Verschluss hält, zu welchem Preis das iPhone 5c von unbekannten Dritten entsperrt wurde, argumentieren die Unternehmen in einer Eingabe an das Gericht, wie die BBC berichtet.

Die US-Medien hatten die Klage nach dem Informationsfreiheitsgesetz schon im vergangenen Jahr eingereicht, im Januar veröffentlichte das FBI dann Dokumente zu dem Fall – die aber kräftig geschwärzt sind und damit praktisch keine neuen Details enthüllen.

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Das Informationsfreiheitsgesetz sei genau zur Herausgabe derartiger Informationen gedacht, damit die Öffentlichkeit Aktivitäten der Regierung einschätzen kann, so die Anwälte der Kläger. Hier seien schließlich öffentliche Gelder an Dritte geflossen, die ein Tool besitzen, dass die “digitale Sicherheit von mehreren Millionen Amerikanern kompromittieren kann”. Eine Herausgabe der geforderten Informationen gefährde die nationale Sicherheit nicht.

Das FBI hatte ursprünglich versucht, Apple per Gerichtsbeschluss zu zwingen, beim Entsperren des iPhones zu helfen: Das Unternehmen wurde angewiesen, mehrere Sicherheitsmechanismen rund um die Code-Sperre mit einer eigens entwickelten Software auszuhebeln, um einen Brute-Force-Angriff auf die PIN zu ermöglichen.

Apple arbeitete mit den Strafverfolgern zwar zusammen und händigte auch iCloud-Backups des iPhones aus – weigerte sich zugleich aber strikt, der Aufforderung des Gerichts nachzukommen und bei der Entsperrung des Gerätes zu helfen. Die Entwicklung eines derartigen Tools sei zu gefährlich, argumentierte das Unternehmen, weil dieses in die falschen Hände geraten könne. Zudem fürchtete Apple, die Angelegenheit werde zum Präzedenzfall: Strafverfolger hätten dann die Option, den iPhone-Hersteller zu weitergehenden Überwachungsmaßnahmen zu drängen.

Das FBI nahm die erwirkte Gerichtsanweisung schließlich zurück, nachdem nicht genannte Dritte einen Zugriff auf die Daten des iPhones ermöglichten. Mehrfach wurde spekuliert, die israelische Firma Cellebrite könnte der Bundespolizei geholfen haben – eine Bestätigung gibt es dafür bislang nicht. (lbe)