iPhone-Leistungsdrossel: Apple will 500 Millionen US-Dollar an Nutzer zahlen

Mehrere Sammelklagen in den USA will der Konzern zusammenfassen. Ein Richter signalisierte seine Zustimmung.

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(Bild: Eyesonmilan/Shutterstock.com)

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Die Affäre rund um eine von Apple zunächst insgeheim eingeführte Leistungsdrossel fürs iPhone könnte den Konzern eine halbe Milliarde US-Dollar kosten. Dieser Summe hatte das Unternehmen bereits im März zugestimmt, um mehrere in den Vereinigten Staaten laufende Sammelklagen außergerichtlich zu beenden. Nun hat der zuständige Distriktsrichter, Edward J. Davila, in einer Zoom-Sitzung seine vorläufige Zustimmung für den Plan der Apple-Anwälte erteilt. Die Nutzer können allerdings noch nicht sofort mit einer Zahlung rechnen. Stattdessen soll es – verschoben aufgrund der Corona-Krise – nun im Dezember ein finales Hearing geben, bevor dann erste Gelder fließen können.

Apple habe Kunden 2017 nicht richtig davor gewarnt, dass ihr iPhone nach einem Software-Update (iOS 10.2.1) möglicherweise langsamer wird, um ein plötzliches Abschalten zu verhindern, beschrieben Wettbewerbshüter aus Großbritannien den Fall – eines der vielen Länder, in denen Apple wegen der Angelegenheit Ärger bekam. iPhone-Besitzer hätten deshalb möglicherweise ihr Gerät reparieren lassen oder ein neues gekauft. Erst Benchmark-Tester hatten festgestellt, dass iOS 10.2.1 eine Leistungsbremse mitbrachte.

Der Hersteller hatte seitdem eine Reihe an detaillierten Informationen über das Batteriemanagement veröffentlicht. Ab iOS 11.3 zeigt das iPhone zudem den Batteriezustand in den Einstellungen an und Nutzer können die automatisch greifende Drosselung manuell abschalten. Dann müssen sie allerdings damit rechnen, dass sich ihr Gerät plötzlich abschalten kann, falls der Akku nicht mehr die notwendige Leistung entfaltet.

Sollte das US-Distriktsgericht Apples Vorschlag final zustimmen, würden mehrere Dutzend Klagen zusammengefasst und beendet. Diese waren im Mai 2018 kombiniert worden. Es ist unklar, wie viel Geld tatsächlich an betroffene Nutzer fließen würde. Zudem ist ein größerer Teil für die Anwaltskanzleien bestimmt, die die Sammelklagen gestartet hatten. Apple selbst hatte seinen Nutzern zuvor einen günstigeren Batterie-Austausch angeboten, diese Aktion lief allerdings bereits Ende 2018 aus. Mit einem neuen Akku tritt die Leistungsbremse nicht in Kraft.

Ein Akkumanagement bringen übrigens auch aktuelle Modelle wie iPhone 11, 11 Pro und 11 Pro Max mit. Der Strombedarf werde "dynamisch überwacht" und die Leistung dann "gemanagt", damit diese Probleme "in Echtzeit" adressiert werden könnten, so Apple in einem Supportdokument.

(bsc)