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iPhone-NFC nur für Apple Pay: EU-Kommissarin sieht (noch) keinen Handlungsbedarf

Apples Blockade anderer Payment-Dienste auf dem iPhone ärgert Banken und Verbraucherschützer, die EU-Wettbewerbskommissarin winkt aber ab – vorerst.

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iPhone-Bezahlen nur mit Apple Pay: EU-Wettbewerbskommissarin beäugt Apple-Dienst

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

(Bild: heise online)

Trotz zunehmender Rufe aus der Finanzbranche und Politik hat die EU-Kommission bislang keine Untersuchung von Apple Pay eingeleitet, wie die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager in einem Interview erklärte. Man habe bei einer ersten Betrachtung des iPhone-Bezahldienstes nicht erkennen können, dass Apple in diesem Bereich eine marktbeherrschende Stellung innehat.

"Als wir uns das vor einiger Zeit angeschaut haben, fanden wir nicht die nötigen Beweise, um eine Untersuchung einzuleiten", wird Vestager von der Nachrichtenagentur Reuters zitiert – dies schließe aber nicht aus, dass die Kommission sich den Bezahldienst des iPhone-Konzerns zu einem späteren Zeitpunkt erneut ansehen werde. Sollte es "offizielle Beschwerden" in Hinblick auf Apple Pay geben werde man dies "sehr ernst" nehmen, betonte die Wettbewerbskommissarin, denn der Markt für Bezahldienste sei ein sehr wichtiger Markt. Das Interview ging dem Deutschland-Start von Apple Pay am Dienstag voraus.

Apple blockiert die NFC-Schnittstelle des iPhones für Banken und Payment-Dienste, die deshalb keine eigenen NFC-basierten Bezahldienste bereitstellen können, nur der Weg über den Bezahldienst Apple Pay ist möglich. Nach Beschwerden von Verbraucherschützern befasst sich bereits die dänische Wettbewerbsbehörde mit der Angelegenheit. Die Vorsitzende der FPD im Europaparlament forderte im August bereits, Apple müsse die NFC-Schnittstelle "auch für andere Anbieter freigeben", sonst solle dies eben die EU-Wettbewerbskommissarin erzwingen.

Apple Pay ist in mehreren europäischen Ländern zu finden, inzwischen auch in Deutschland.

(Bild: dpa, Monica Davey)

Die Sparkassen, die Apple Pay derzeit nicht unterstützen, fordern ebenfalls eine Freigabe, um ihren eigenen Bezahldienst auch auf dem iPhone einzuführen. Dieser ist bislang nur für Android-Geräte verfügbar.

Es liege an Apple, die "NFC-Schnittstelle freizugeben, damit alle Kunden diesen technischen Marktstandard in gleicher Weise nutzen können", erklärte die Berliner Sparkasse zuvor.

Banking-Apps die Nutzung der NFC-Antenne zu erlauben, würde die Sicherheit des iPhones "grundlegend mindern", argumentierte Apple vor zwei Jahren in einem Schreiben an die australische Wettbewerbsbehörde Australian Competition & Consumer Commission (ACCC), auch dort forderten Banken die Öffnung der Schnittstelle. Die "höchstmögliche Sicherheit" sei nur möglich, da die eigene Hardware, Software und Dienste in "tiefgreifend integrierter Form entwickelt" wurde, schrieb der iPhone-Hersteller. (lbe)