iPhone-Produktion weiter lahmgelegt

Apples größter Auftragsfertiger schafft es offenbar nicht, seine Mitarbeiter in die Fabriken zurückzuholen. Schuld ist die Angst vor dem Coronavirus.

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Mann vor Foxconn-Logo.

(Bild: dpa, David Chang)

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Die Coronavirus-Epidemie in China betrifft nun auch Apples Hauptprodukt, das iPhone. Der Versuch, die Herstellung in dieser Woche wieder anzufahren, ist Medienberichten zufolge weitgehend gescheitert. Dafür sind offenbar nicht die Gesundheitsbehörden des Landes verantwortlich, sondern die Mitarbeiter selbst. In zwei Großfabriken soll nur ein Bruchteil der Belegschaft zum Dienst erschienen sein, obwohl sie am Montag wiedereröffnet werden sollten.

Apples größter Fertiger in China, Foxconn, hatte ursprünglich geplant, seine Anlagen am 10. Februar wieder anzufahren, nachdem es nach dem chinesischen Neujahrsfest wegen der Coronavirus-Epidemie zu verlängerten Werksferien gekommen war. Laut einer Meldung der Agentur Reuters vom Montag misslang der Produktionsstaat in zwei zentralen iPhone-Fabriken jedoch gründlich. Die beiden Fabriken in Zhengzhou im östlichen Zentrum des Landes sowie Shenzhen im Süden an der Grenze zu Hongkong hätten vom Staat jeweils eine Produktionsgenehmigung erteilt bekommen – sie sind für die Mehrzahl des iPhone-Outputs weltweit verantwortlich.

Allerdings entschieden sich viele Mitarbeiter dennoch dafür, zuhause zu bleiben. In Zhengzhou sollen weniger als zehn Prozent der Angestellten, insgesamt nur 16.000 Menschen, in die Fabrik zurückgekehrt sein. In Shenzhen kamen mit 20.000 Mitarbeitern rund zehn Prozent der Gesamtbelegschaft, wie Reuters von informierten Kreisen erfahren haben will. Foxconn wollte die Probleme nicht kommentieren, man spreche nicht "über unsere spezifischen Produktionsinitiativen", so der Konzern aus Taiwan in einem Statement.

Zuvor hatte es Verwirrung um die Frage gegeben, ob die Behörden Foxconn den für den 10. Februar geplante Produktionsstart erlaubt oder verboten hatten – und wie Foxconn selbst agiert. Mindestens eine Lokalregierung wies entsprechende Berichte, die Wiedereröffnung verboten zu haben, zurück. Foxconn soll allerdings selbst aktiv geworden und Mitarbeiter vor einer Rückkehr nach Shenzhen gewarnt haben.

Andere Quellen behaupteten, der Fertiger habe mitgeteilt, die Produktion starte wieder und seine Mitarbeiter tatsächlich per Chat-Nachricht zur Rückkehr eingeladen. Von der Lokalregierung aus Shenzhen hieß es auf WeChat, Mitarbeiter in der Foxconn-Fabrik müssten "Masken tragen, Fiebermessungen durchführen lassen und ein Essenssystem einhalten, das sicher ist". Ein Produktionsstart gilt demnach unter diesen Bedingungen als möglich. (bsc)