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iPhone-Verkaufsverbot in China: iOS-Update soll Qualcomm-Patente umfahren

Ein Verkaufsverbot würde Apple "irreparablen Schaden" zufügen – sowie der gesamten Smartphone-Branche und der chinesischen Regierung, warnt der Hersteller.

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Apple iPhone X

Ein System-Udpate soll sicherstellen, dass keine Qualcomm-Patente mehr verletzt werden.

(Bild: dpa, Marcio Jose Sanchez)

Apple will den Weiterverkauf des iPhones in China mit einem Software-Update sicherstellen. Anfang kommender Woche wird das Unternehmen eine aktualisierte iOS-Fassung für chinesische iPhones ausliefern: Das System-Update soll Funktionen anpassen, die nach Ansicht eines Gerichtes in der Stadt Fuzhou zwei Patente von Qualcomm verletzen – deshalb wurde vor wenigen Tagen ein Verkaufsverbot für bestimmte iPhone-Modelle erlassen.

iPhone-Update soll offenbar Funktionen anpassen

Apple hat bislang betont, Geräte mit der aktuellen Version iOS 12 seien nicht von dem Verkaufsverbot nicht betroffen – und das iPhone im chinesischen Handel belassen. Man glaube, dass die einstweilige Verfügung durch die aktuell vertriebenen iPhones nicht verletzt wird, teilte Apple in einer Stellungnahme gegenüber der Finanznachrichtenagentur Bloomberg mit. Um "jeglichen Zweifel auszuräumen", werde man aber ein Software-Update veröffentlichen, das die "kleinen Funktionalitäten der beiden Patente" adressieren soll.

Bei den Qualcomm-Patenten geht es um Techniken zur Anpassung der Größe von Fotos sowie zur Verwaltung von Apps auf Touchscreen-Geräten – welche Änderungen Apple diesbezüglich plant, bleibt vorerst unklar.

Apple warnt

Während Qualcomm vor weiteren chinesischen Gerichten versucht, mit diesen Patenten auch einen Verkaufsstopp der neuen iPhone-Modelle XS und XR zu erzielen, kämpft Apple gegen die einstweilige Verfügung an. Sollte sie bestehen bleiben, würde das nicht nur Apple "irreparablen Schaden" zufügen, sondern der Smartphone-Branche insgesamt schaden: Weil der iPhone-Konzern dadurch zu einer außergerichtlichen Einigung mit Qualcomm gezwungen sei, müssten auch andere Geräte-Hersteller weiter "unangemessen hohe Lizenzgebühren" an den Chip-Konzern entrichten, wie die Finanznachrichtenagentur aus den Gerichtsunterlagen zitiert.

Ein iPhone-Verkaufsstopp in China schade zudem dem Land, warnt Apple weiter: Dies koste Apple mehrere Millionen Dollar pro Tag und wirke sich auf 5 Millionen Jobs in der Lieferkette und unter App-Entwicklern aus – der chinesischen Regierung würden außerdem Steuereinbußen "in den Hunderttausenden" erleiden.

[Update 14.12.2018 12:30 Uhr] Nach Informationen der japanischen Wirtschaftszeitung Nikkei, erwägt Apple einen größeren Teil der iPhone-Produktion an Pegatron zu vergeben. Im Unterschied zu den Auftragsfertigern Foxconn und Wistron besitze Pegatron nämlich ein Lizenzabkommen mit Qualcomm, dass die zwei vorgebrachten Patente abdeckt – die dort produzierten Geräte wären somit von einem Verkaufsverbot ausgenommen, heißt es in dem Bericht. (lbe)