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iPhone mit Anti-Tracking-Funktion: Große Online-Werbefirma rechnet mit massivem Umsatzeinbruch

Der von Apple in den Browser integrierte “intelligente Tracking-Schutz” hat nach Angabe einer auf personalisierte Werbebanner spezialisierten Firma Konsequenzen: Der Werbeanbieter erwartet einen um über 20 Prozent geringeren Umsatz.

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Retargeting

Safari soll auch das sogenannten Retargeting erschweren – personalisierte Banner-Werbung für bereits angesehene Produkte.

(Bild: Apple)

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Die Online-Werbefirma Criteo hat ihre Umsatzprognose für 2018 nach unten korrigiert – bedingt durch Apples mit iOS 11 respektive Safari 11 eingeführten Anti-Tracking-Schutz. Man habe dadurch zuerst Umsatzeinbußen in Höhe von 9 bis 13 Prozent erwartet – da das System mit iOS 11.2 aber nochmals verbessert wurde, sei für das kommende Jahr nun sorgar mit einem um “rund 22 Prozent” geringeren Umsatz zu rechnen, teilte die auf Retargeting und personalisierte Banner spezialisierte Firma mit.

Eine bisher von mehreren Werbefirmen verwendete Methode zur Umgehung des Tracking-Schutzes funktioniere auf Geräten mit iOS 11.2 nämlich nicht mehr, führt Criteo aus. Man arbeite deshalb an einer “alternativen nachhaltigen Lösung”, die die “Interessen von Apple-Nutzern, Publishern und Werbern angleichen soll” – es sei aber unklar, ob diese effektiv in Safari funktionieren wird.

Criteo gehört zu den größten Anbietern derartiger Retargeting-Technik: Sie soll Händlern beispielsweise helfen, Kunden durch Web-Banner gezielt anzusprechen, die bereits ein Produkt in den Warenkorb gelegt, dieses aber noch nicht bestellt haben.

Der “intelligente Tracking-Schutz” ist Bestandteil des Apple-Browsers Safari 11 in iOS sowie macOS. Statt auf Blockierlisten zu setzen, soll der iPhone-Browser die Domains automatisch erkennen, die Nutzer über Webseiten hinweg verfolgen können. Dafür sammelt Safari Statistiken über den Abruf von Ressourcen sowie über Nutzerinteraktionen, darunter Klicks, Antippen und Texteinträge, erklärte Apple im Juni – dies erfolge rein lokal auf dem Gerät. Mit Hilfe von maschinellem Lernen werden dann Werbe-Tracker identifiziert und deren auf dem Gerät hinterlassene Cookies und Website-Daten automatisch gelöscht, wenn der Nutzer nicht innerhalb von 30 Tagen die jeweilige Domain direkt aufgerufen hat.

US-Werbeverbände hatten Apple wegen des Systems im September die Sabotage “des wirtschaftlichen Systems des Internets” vorgeworfen – der Tracking-Schutz schade dem Nutzererlebnis. Seit iOS 9 lässt Apple bereits Werbeblocker in Safari zu, diese müssen aber von Dritten entwickelt und von Nutzern erst installiert und aktiviert werden. Im Unterschied dazu ist der Anti-Tracking-Schutz Bestandteil des Betriebssystems. (lbe)