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iPhone soll Gesundheitszentrale werden

Apple plant, sein Smartphone zum Träger der elektronischen Patientenakte des Benutzers zu machen. Daran arbeite ein Geheimteam in Cupertino, melden US-Medien.

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Apples Gesundheits-App kann bereits jetzt diverse medizinische Informationen erfassen, einige davon auch automatisiert.

(Bild: Apple)

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Apple will das iPhone künftig zum Träger wichtiger Gesundheitsdaten machen, die direkt von Ärzten und Krankenhäusern kommen. Dazu soll die seit iOS 8 mitgelieferte Health-App aufgebohrt werden, berichtet der amerikanische Wirtschaftssender CNBC. Ein "Geheimteam" in Apples Gesundheitsabteilung sei bereits seit längerem in Gesprächen mit Softwareanbietern, Krankenhäusern und anderen Industriegruppierungen, um das iPhone zum "One-Stop-Shop" für alle Medizininfos zu machen. Dazu gehörten jeder Arztbesuch, Laborergebnisse, Rezepte und andere Gesundheitsdaten. Diese könnten dann auf Knopfdruck mit Ärzten geteilt werden.

Das iPhone würde somit zum Träger der elektronischen Patientenakte. Dass sich Apple für diesen Bereich interessiert, zeigt bereits der Kauf eines in diesem Markt aktiven Start-ups im vergangenen Jahr sowie die Anwerbung gleich mehrerer Experten auf dem Gebiet.

Schon jetzt sammelt die Health-App Gesundheitsinformationen vielerlei Art, allerdings muss der Nutzer die Informationen zumeist händisch eintragen. Messwerte, die in externen Geräten und Apps vorliegen, etwa Herzfrequenz, Gewicht oder Blutdruck, lassen sich jedoch seit längerem automatisiert importieren. Verbesserungen soll es mit iOS 11 unter anderem im Bereich des Trackings des Blutzuckerspiegels geben.

Apple wolle mit dem iPhone das im Gesundheitsbereich erreichen, was mit dem iTunes und iPod im Musiksegment gelungen sei – eine fragmentierte und komplizierte Landschaft zentralisieren. Derzeit konzentriert sich der Konzern offenbar vor allem auf den US-Markt. So soll es Gespräche mit Initiativen wie dem "Argonaut Project" oder der "Carin Alliance" gegeben haben, die versuchen, offene Standards für Gesundheitsdaten zu schaffen. Bud Tribble, der Vizepräsident für Softwaretechnik bei Apple, sei direkt in die Gespräche mit der "Carin Alliance" involviert. Diese versucht auch, dem Patienten mehr Kontrolle über seine Medizindaten zu geben.

Neu ist die Idee unter den amerikanischen IT-Riesen nicht: Auch Google und Microsoft hatten Projekte für digitale Patientenakten, scheiterten bislang aber. Die wenigsten Patienten interessierten sich für diese Dinge, so Micky Tripathi, ein Gesundheits-IT-Experte, gegenüber CNBC. "Wenn irgendeine Firma es hinbekommt, dass sie sich darum kümmern, ist es Apple." Der Konzern hat mit HealthKit, ResearchKit und CareKit bereits entsprechende APIs verfügbar. (bsc)