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iTunes-Monopol-Klage kommt vor Gericht

Eine zehn Jahre alte Sammelklage wirft Apple die Verknüpfung von iTunes Store und iPod vor – der Ausschluss anderer DRM-Formate sei ein Versuch der Monopolisierung. Auch E-Mails von Steve Jobs dürften eine größere Rolle spielen.

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Apple-Gründer Steve Jobs bei der Vorstellung des iPhones

(Bild: dpa, John Mabanglo/Archiv)

Am Dienstag beginnt ein weiterer Kartellprozess gegen Apple vor einem Gericht in Oakland, Kalifornien, wie die New York Times meldet. Das Verfahren geht auf eine fast zehn Jahre alte Sammelklage zurück, die dem iPhone-Hersteller die einstmals enge Verknüpfung von iPod und iTunes Store zur Last legt.

Apples MP3-Player sei nicht in der Lage, Musik aus anderen Online-Läden wiederzugeben, die konkurrierende DRM-Formate verwenden, lautete der ursprüngliche Vorwurf. Auslöser war ein Software-Update, das den iPod inkompatibel zu einem vorübergehend von Real Networks angebotenen DRM-Format machte. Die im iTunes Music Store erworbene Musik lasse sich außerdem nur auf dem iPod abspielen – entsprechend seien Käufer an dieses Gerät gebunden, monierten die Kläger, die eine Auszahlung in Höhe von 350 Millionen Dollar für iPod-Käufer fordern.

Ein wichtiger Bestandteil des Prozesses dürften E-Mails sowie eine im Jahr 2011 aufgezeichnete eidesstattliche Aussage des verstorbenen Apple-Chefs Steve Jobs sein, erklärt die New York Times. In einer bereits veröffentlichten Mail an Apple-Manager zeigte sich Jobs besorgt über den Start des Musikdienstes Musicmatch im Jahr 2003: “Wir müssen sicherstellen, dass die bei Musicmatch gekaufte Musik sich nicht auf dem iPod abspielen lässt”, schrieb der Apple-Gründer – “ist das ein Problem?”.

Mit dem immensen Erfolg von iPod und iTunes Store war die enge Verknüpfung für Apple zunehmen irrelevant – Anfang 2007 rief Steve Jobs die großen Musiklabel dazu auf, ihre Musik ohne Kopierschutz anzubieten und brachte den Stein damit ins Rollen. Seit 2009 ist der komplette Katalog des iTunes Store DRM-frei. (lbe)